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02.12.2014

Geteiltes Leid...

Hallo da draußen, wieder ein kurzes Update:

Kleine Preisfrage - was ist doofer als ein Kind mit Hand-Mund-Fuß?

Jaha! Zwei Kinder mit Hand-Mund-Fuß!

Großes Drama hier die letzten Wochen, aber zum Glück ist das fiese Zeug ja eigentlich harmlos. Wenn man davon absieht, dass es mir fast das Herz bricht, dass mein süßer Essensliebhaber den ganzen Tag "aua" beim Essen schreit trotz Schmerzmittel, und es immer wieder verzweifelt versucht, weil er so Hunger hat...

Aber es ist fast überstanden. Wird schon. Im Kindergarten feiern sie Magen-Darm. Kinder bleiben also auf absehbare Zeit ohnehin zuhause und wir spielen Lagerkoller. Frohen Advent!

24.11.2014

Hand-Mund-Fuß-Krankheit und einen neuen Backenzahn...

... gibt's gerade bei uns zuhause...


... und sonst nix!


Aber fies ist es schon: Letzte Woche freue ich mich stark auf Freitag Vormittag, den ich nämlich nach langer, laanger Zeit einmal wieder alleine mit dem Mann verbringen wollte - wenn ihr wisst, was ich meine - - -


- - - und dann waren wir unplanmäßigerweise ganz und gar nicht alleine, sondern inmitten einer grantigen Kinderschar. Naja, so ist das mit den Zwergen - nicht mal ein romantisches Date am Vormittag wird uns gegönnt ...


Eine schöne Woche wünsche ich und hoffe, eure verläuft weniger turbulent!





20.11.2014

MOVE! YOUR! ASS!

OK Freunde, es ist folgendermaßen. Früher einmal war ich ein aktives und ziemlich durchtrainiertes Mädchen, und dann habe ich zwei Kinder gekriegt.

Moment. So einfach ist es nicht. Meine Kinder sind zwar an Vielem schuld (zum Beispiel habe ich jetzt chronische Verstopfung, weil ich nie in Ruhe auf's Klo gehen kann und mich immer beeilen muss; außerdem habe ich ständig schreckliche Ohrwürmer, die mich bis in den Schlaf begleiten; meine Nutellabrote esse ich jetzt heimlich, und ich backe regelmäßig. Ich BACKE! Etc.) - aber für alles kann ich sie doch nicht verantwortlich machen.

Sie können zum Beispiel nix dafür, dass ich faul geworden bin, was Beschäftigung mit meinem Körper betrifft. Ich meine nicht Sex, sondern normalen Sport. Keine Sorge - das wird kein Bindegewebsstraffungs-Post oder so'n Zeug- das ist Geschichte.

Vor einem gefühlten Jahrtausend habe ich ein Jahr in Mexiko gelebt und gearbeitet. Nicht auf die romantische Tour, mit Tequila, Sombreros und schlafenden Hunden, und ständig lässt sich jemand träge in den warmen Ozean gleiten. Bei mir war es eher unglamourös - hässliche Stadt, viel schlecht bezahlte Arbeit, ein kalter Winter ohne warmes Wasser und Heizung. Dort hatte ich einen mexikanischen Freund, der schwerer Alkoholiker war. Was soll ich sagen - ich übe schon immer eine geheimnisvolle Anziehung auf Problemkinder aus.
Wo will ich hin mit meiner Geschichte?, wird sich der aufmerksame Leser völlig zu Recht fragen. Keine Sorge, ich komme gleich zum Punkt. Damals ging ich joggen. Oft, und sehr motiviert, drehte ich in einem kleinen Dreckspark direkt neben einer 6-spurigen Straße eisern meine Runden. Und in meiner euphorischen Sportbegeisterung gelangte ich bald zu der tiefen Überzeugung, dass ich meinen Freund, den Alkoholiker, mithilfe des richtigen Sportprogramms heilen könnte.


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[Jetzt stellt euch bitte kurz vor, wir mir alle Einwohner Mexikos der Welt unter schallendem Gelächter einen Doppelvogel zeigen.]
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Ja, auch ich verfüge über eine gewisse Lernkurve. Heute bin ich nicht mehr so verrückt zu glauben, dass Sport Krankheiten heilen oder die großen Probleme des Lebens in Ordnung bringen könnte.
Aber ich bin immer noch der festen Überzeugung:  Bei praktisch allem anderen hilft Sport. Vorgestern war ich endlich einmal wieder beim Yoga, und nach einer Stunde völliger Verausgabung ist mir plötzlich wieder klar, was dieses Geschwätz über Verschmelzung von Körper und Geist bedeuten soll. Die kleinen Stress-Knötchen in meinem Hirn lösen sich auf und tanzen, ich fühle auf einmal dass meine Gesichtsmuskeln auch über einen Entspannungsmodus verfügen, und ich fühle mich wie ein Kolibri. Leicht und flatternd und froh. Zum ersten Mal seit einem halben Jahr atme ich wieder tief und fühle Weite in meinem Körper und Kraft. Ich hatte es vergessen, dieses Gefühl, so wie ich manchmal vergesse zu trinken und mich dann über Kopfschmerzen wundere.



Tja, und jetzt - kämpfen sie wieder in meinem Hirn, Engelchen und Teufelchen.


- Engelchen: "Schau, wie gut dir das tut! Dir und deshalb deiner ganzen Familie, wenn du dich mal ein bisschen anstrengst und danach entspannst! Do more of what makes you happy und so!"
- Teufelchen: "Lass sie in Ruh', sie ist müde."
- Engelchen: "Und für dein Popöchen ist das sowieso prima, schau mal wie das schon runter hängt. Das braucht dringend Festigung."
- Teufelchen: "Du wirst auch gleich runter hängen. In ihrem Alter ist das doch eh schon egal."
- Engelchen: "Komm steh auf, Sue! MOVE! YOUR! ASS!!! Es gibt keine Entschuldigung!"

- Ich: "Klappe, ihr beiden. Also, mit meinem Hintern könntest du Recht haben. Aber völlige Erschöpfung zählt ja wohl als Entschuldigung, oder?! Ebenso wie hormonelle Verwirrungen und Homeland."

Dazu fällt Engelchen und Teufelchen nix mehr ein und ich hüpfe vergnügt auf einem Bein. Jeder gewinnt. Könnt euch später bedanken.

18.11.2014

Schnell, gesund, pipi-einfach, kindertauglich: Reis mit Hackfleisch

Ihr wisst bereits über mich, dass ich (vorsichtig ausgedrückt) keine begnadete Köchin bin. Die Küchenplanerin war guter Dinge bei unserem Gespräch, bis ich ihr mitteilte: "Ich koche, weil jeder ständig Hunger hat." Hmm. Danach hat sie irgendwie die Lust verloren.

Aber das trifft es leider ziemlich genau:
Hunger / Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme => die Alte muss kochen. Schnell. Aber was?

Meine Reihe "Die einfachsten Rezepte der Welt für Leute, die eigentlich nicht kochen" möchte ich heute beginnen mit: Einem alten Rezept von meiner Mama! Garantiert in 15 Minuten fertig, geht (bis auf's Schnippeln) auch einhändig mit Schreihals am Arm, und da es KETCHUP enthält, oh yeah, stehen die meisten Kinder drauf.

Biddeschön:

Zutaten für 2 Erwachsene + 2 Kleinkinder:
600g gem. Hackfleisch
1 Dose Tomatenstücke
2 EL Tomatenmark
3 EL (bzw. nach Belieben) Ketchup
2 große Paprika
1 Zwiebel
evtl. Mais
Gemüsebrühe
dazu: Reis

To do:
- Gemüse grob in Würfel schneiden
- Reis nach Anleitung kochen
- Hackfleisch anbraten & nach Belieben würzen (mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und etwas Gemüsebrühe)
- Zwiebeln und Paprika dazu; alles ordentlich anbraten
- mit der Tomatendose ablöschen, ggf. etwas Wasser dazu und nachwürzen
- Ketchup und Tomatenmark untermischen (und ggf. Mais)
- 5-10 Minuten köcheln lassen

=> fertig!

Ich hoffe, es kommt in eurer Familie auch so gut an wie bei uns!




17.11.2014

Just for me Moments 46/2014

Die letzte Woche war vollgepackt mit Terminen. Habe ich schon erwähnt, dass wir ein Haus umbauen? Trölfzillionen Entscheidungen für eine Nicht-Entscheiderin? Kein Spaziergang. Der Termin mit der Küchenplanerin war quasi noch Wellness. Aber die Details. Dachfenster wo? Die Wand durchbrechen? Wie, der Statiker meint, die Bude bricht ein??? Ts. Folgendermaßen agiere ich zwischenzeitlich:

Vor einer Stunde. Bauleiter und ich schauen in ein Loch. Maurer steht darin und fragt: "Fundament für Pfosten, ja oder nein? Entscheidung jetzt!" Bauleiter schaut mich an. Ich, mit zittriger Stimme: "Keine Ahnung, Mann! Äh. Loch zuschütten. Kein Pfosten." Beide nicken. Loch zugeschüttet. OK! Weiter so! Aus dem Bauch raus! (Mir ist schlecht.)

Achso, Momente nur für mich letzte Woche:
Ein paar Mittagspausen mit dem hier:


Diese Geschichte ist so spannend, dass ich dafür hin und wieder sogar ein bisschen Schlaf opfere.
Hallo - ich bin Frau Schlafentzug! Das Buch ist gut!!



 ... und das war's schon. Dafür waren die Kinder lustig und brav. Auch gut!
 Mehr JFMMs gibt es wie immer bei Pia!



13.11.2014

Ein Tag ohne Eile - so war's

Neulich habe ich mir vorgenommen, einen Tag ohne Eile zu verbringen. Niemanden anzutreiben, zu stressen, zu jagen. Jedem sein eigenes Tempo zu gönnen...

6:28
"Mama, mir ist so langweilig! Steh! Jetzt! Auf!"
OK. Wir haben einen klitzekleinen Zeitpuffer für meine verrückte Idee. Gut gemacht, Ellachen. Wir stehen auf und beginnen unsere Morgenroutine, bis die Männer aufwachen und planmäßig alles durcheinander bringen.

7.15
Ellachen begutachtet jedes einzelne Staubkorn auf dem Badhocker, statt sich die Hände zu waschen. Es gibt viele Staubkörner. Ich beiße mir auf die Lippen und atme durch. Wir haben Zeit.

7:50
Wir haben keine Zeit mehr. WAH!
Was ich schreien möchte: "Hopphopphopp Zähne putzen Stifte aufheben Schuhe anziehen dalli dalli wir haben's eilig..."
Stattdessen gebe ich einen freundlichen Hinweis. Und warte ab. Siehe da, man ist heute gnädig! Zugegeben, das war Glück.

13.30
Jetzt fängt es an anstrengend zu werden. Mo (1 1/2) läuft in Ellas Kindergartengruppe im Kreis. Ella ist gerade aufgewacht und will kuscheln und den anderen zuschauen, bis der Schlaf langsam ihren Körper verlässt.
An jedem anderen Tag würde ich nach 2 Minuten aufbrechen. Heute bleibe ich, ihr warmer Körper an mich gekuschelt, einfach im Kindergartenchaos sitzen. Währenddessen zerstört Mo die Herbstbilder der Kinder, dreht jeden einzelnen Wasserhahn bei den Toiletten auf und sammelt Autos. Diverse Kinder äußern ihre Empörung, "hey der darf das nicht!!!", E schaut interessiert zu und bewegt sich keinen Millimeter, und M dreht weiterhin fröhliche Runden. Eine neue Erfahrung. Es geht!
Als E endlich bereit ist zu gehen, ist sie fröhlich und entspannt. Ich habe ihr Zeit gegeben, die sie gebraucht hat. Gut.

14.05
Immer noch im Kindergarten. Schuhe anziehen. "Mo lleine!" Ich atme tief und warte, bis er sich helfen lässt. Geschafft.

14.20
Zuhause angekommen. Eine halbe Stunde später als sonst - egal. Normalerweise will ich sofort ins Haus - Obstpause, Wickelpause, etc.
Die Kinder wollen aber schaukeln. Warum eigentlich nicht? Also schaukeln wir.

18.10
Abendessen.  Alle sitzen am Tisch, nur Ella ist noch im Dialog mit ihrer Puppe. Ich verkneife mir das Gekeife und lasse sie fertig spielen. Wenn sie Hunger hat, wird sie schon kommen. Und - sie kommt!

19.15
Wir gehen heute etwas früher ins Bad, um ein bisschen Trödel-Puffer einzubauen. Gute Idee. Leider wird sich allerdings versteckt, statt Zähne zu putzen. Und zwar ausdauernd. Zum ersten Mal heute bin ich kurz davor zu explodieren, Leute, ich bin müde, KOMMT ENDLICH sonst flippe ich aus, will ich schreien und versuche noch mich zu stoppen, gib ihnen die Zeit, aber die Erschöpfung ist stärker und außerdem GEHT JETZT ENDLICH INS BETT. Hm. Shit.

20.15
Alle schlafen.
Wie ist es gelaufen? Ich rekapituliere:
- Puffer einbauen ist eine gute Idee, wenn man es mit Kindern zu tun hat. Immer.
- Je mehr man sie hetzt, desto mehr bremsen sie.
- Man kann viel Streit und schlechte Laune vermeiden, wenn man den Kindern ihr eigenes Tempo lässt. Klingt so einfach, aber wie oft vergesse ich das? Ungefähr täglich.
- Ganz ohne Ermahnungen zur Eile wird's nicht klappen. Schließlich habe ich es mit lebendigen Wesen mit eigenem Willen zu tun, und Zeit wird nicht einfach non-existent.
- Je müder ich bin, desto weniger Geduld habe ich. Manchmal schaffe ich es nicht. Aber ich schaffe es immer öfter.

Fazit: Es klingt pathetisch, aber dieser Tag hat mir tatsächlich ein wenig die Augen geöffnet. Ohne Eile kann ich meine Kinder mehr genießen. Ich kann mich mehr daran freuen, was für lustige, kreative, verrückte und schlaue Wesen sie sind. Wenn ich sie "frei drehen" lasse, schaue ich ihnen einfach beim Ella-Sein und Mo-Sein zu und lache und freue mich und verdränge alles andere. Das ist toll. Nicht immer alltagstauglich, aber wenn es klappt, ist es toll.


12.11.2014

12 von 12 im Oktober

Heute! Mache ich zum ersten Mal bei 12 von 12 mit:


1) Völliges Frühstückschaos - viel zu spät aufgestanden 
 

2) Zahnarzttermin mit Ella in der Innenstadt. Wie unschwer zu erkennen, haben wir es derzeit mit einer Invasion dunkelgrüner Riesenspinnen zu tun (leider nur halb im Bild).



3) Auswärts essen und malen nur mit meinem Mädchen. Wunderbar. 



4) Mo abgeholt. Schaukelpause.

6) Doch noch welche da!


6) Selfie einer Dreijährigen
 

7) Kinder sind ja so kreativ. Hier: Der Preis von 2 Minuten telefonieren.



8)  Waffeln. Völlige Waffelmanie in unserem Hause. 

 




9) Putzen, verzweifelt versucht. Mit zwei Kleinkindern zu putzen hat viel mit einem Studium der Sprachwissenschaften gemeinsam: Sehr unterhaltsam, aber leider völlige Zeitverschwendung.



































10) Herbstbild


































11) Badewanne



































12) Gute Nacht


10.11.2014

Just for me Moments 45/2014

1) Ein großer, ein immerwiederkehrender Moment diese Woche, der niemals enden möge. Kommt schon Fox, beeilt euch mit Staffel 4. Ich brauch mehr davon. Seit Breaking Bad und Homeland macht Verbotene Liebe einfach nicht mehr so viel Spaß.

Manchmal kann ich mich prima mit Carrie identifizieren.
Zum Beispiel habe ich auch immer Recht und die anderen wollen mir einfach nicht glauben.

 
2) Es geht los. Der Umbau unseres neu gekauften renovierungsbedürftigen Hauses startet HEUTE. Also erst mal "alles kaputt machen". Eines ruhigen Morgens habe ich meine Kamera gepackt und den "vorher"-Teil von vorher-nachher-Fotos gemacht. Was für ein epischer Satz. Mir ist schlecht. Ich bin aufgeregt. UAH!



3) Mein schönster Moment: NICHT den Boden geputzt. Ha ha. Stattdessen einfach mal sitzen geblieben... (nein, dafür gibt es kein Foto. Wer allerdings gerne mal einen dreckigen Boden sehen möchte, ist herzlich eingeladen)

4) Noch genau 15 Minuten Zeit für mich und meinen Kaffee. Jetzt. Tschüss!

Danke Pia, wie immer, für die Inspiration!


06.11.2014

Mama sucht Job




Früher dachte ich einmal, dass ich selbstverständlich nach einem Jahr Elternzeit wieder anfangen würde zu arbeiten. Weil ich mich kenne und weiß, dass ich eine derjenigen bin, die raus müssen und Input brauchen und Abwechslung, weil sie sonst unglücklich werden.

Zumindest hatte ich in einem Punkt recht: Ich wollte nach einem Jahr wieder anfangen zu arbeiten.

Heute bin ich seit 3 Jahren und 6 Monaten in Elternzeit.

Und erst heute weiß ich: Es ist eine wirklich saublöde Idee, sich als Mutter einen neuen Job in Teilzeit zu suchen. Sau. Blöd.

Als ich in der 9. Woche schwanger war, teilte mir meine Chefin (übrigens selbst Mutter zweier Kinder) mit: Entweder du kommst in Vollzeit zurück oder gar nicht. Nicht rechtens? Dein Job ist nicht teilzeitfähig. Du hast Führungsverantwortung. Also dann noch ne schöne Schwangerschaft.

Seitdem sind wir 2x umgezogen und mittlerweile wohnen wir in exakt 169km Entfernung von meinem damaligen Arbeitgeber. Wiedereinstieg scheidet für mich also völlig aus.

Als Ella gerade 13 Monate alt war, habe ich einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Zwar unterirdisch schlecht bezahlt, aber immerhin. Am Tag der Unterzeichnung (kein Witz) hatte ich außerdem einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. In der 8. Woche bat mich mein Arbeitgeber in Spe, den Arbeitsvertrag aufzulösen.

Jetzt ist Mo 18 Monate alt und ich suche seit 6 Monaten einen neuen Job. Und bekomme: Keinen. Nicht mal ein Interview. Manche haben nicht einmal Lust auf eine Rückmeldung. Ein Personaldienstleister sagte, er wüsste wirklich keinen Kunden für mein Profil.

Ich weiß, ich habe ein Wischiwaschi-Profil. Keine Geradlinigkeit, zu viele Umwege, ein Wegwechsel, ein Experiment. Dennoch: Abgeschlossenes Hochschulstudium, diverse Praktika, ein Jahr im Ausland studiert, eines im Ausland gearbeitet. Kein einziger Monat Lücke im Lebenslauf. Und 5 Jahre Arbeitserfahrung mit Personalverantwortung; am Ende war ich stellvertretende Abteilungsleiterin.

Und jetzt?

Leute, ich bin ja nicht blöd. Ich war dabei. Ich weiß, wie beschissen nervig es ist, wenn man endlich ein Projekt mit einer brauchbaren Person besetzt hat und dann kommt dieses Gespräch, äh, ich bin schwanger. Es ist natürlich zum Kotzen, für das Projekt. Für mich als Teamleiter. Für den Kunden. Hey - so fucking what? Es ist wunderbar für dich, für mich (deinem Bauch beim Wachsen zuzusehen), für deine Mama (die endlich Oma wird), und für die Gesellschaft sowieso. Ich weiß auch wie beschissen nervig es ist, wenn die Teilzeitmama um 14.00 aus dem Büro rennt wie Usain Bolt. Ich habe es gesehen. Der Kunde schreit, aber sie hört es nicht, die Türe ist schon zu. Muss wieder jemand anders einspringen. Ja! Willkommen im Leben - so läuft es eben, ein Arbeitsleben mit einander! Ist doch super! Morgen springt die Teilzeitmama wieder für die anderen ein.

Tja, hier bin ich also. Anfangs habe ich mich auf Stellen beworben, die schon immer mein absoluter Traum waren. Mein Herz haben kreiseln lassen vor Aufregung. Dann auf Stellen, von denen ich dachte - ok, nicht top, aber vielleicht wird es ganz interessant. Und jetzt - ich will es nicht einmal aufschreiben.

Natürlich haben mich meine Kinder verändert. ICH habe mich verändert, seit ich Kinder habe. Seitdem sind wir umgezogen und ich habe auch keine Freunde mehr. Das verändert mich auch. Das ist alles ok und es ist eben so, aber dass ich jetzt feststecke in diesem wozu-habe-ich-eigentlich-studiert, gepaart mit der beschissensten Frage der Welt, die ständig von außen kommt - das schlägt meinem alten Ich zunehmend und mit Wucht den Kopf ab. Soll ich jetzt noch vierundzwanzig Kinder kriegen, damit sich die Frage nach der Arbeit gar nicht mehr stellt? (Leider zu alt.) Soll ich Betty Draper werden? Oder weiterhin leise über die böse Arbeitswelt vor mich hin schimpfen? Die Hoffnung nicht aufgeben? Ich weiß es wirklich nicht.

Das ist meine Geschichte. Tolle Heldin.

Geht es jemandem da draußen vielleicht genauso?

28.10.2014

Ein Tag ohne EILE



Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, bin ich eine ziemliche Idiotin. Eine Hektikerin, Dränglerin, Beeilerin. Früher war ich anders (Marie Juana, ich kann die Sterne sehen... Vieles im Studium bremst einen einfach enorm, wenn ihr versteht, und Zeit gewinnt eine andere Bedeutung...), aber seit ich diesen verrückten Job mit den viertelstündlichen Deadlines hatte, bin ich leider zur eiligen Person mutiert.

Bekannterweise entspricht das mit der Eile dem Naturell des Durchschnittskinds nicht so ganz. (Ich: "Kommt Kinderchen, husch husch, wir sind spät dran, beeilt euch!" - Kind: "Schau mal da, ein Stein! Eine Schnecke! Eine Kastanie! EIN BLATT!", etc.)

Und wenn ich schon sonst nix auf die Reihe bekomme (kein Job, kein Schweinebraten, keine Rettung des Weltfriedens in Sicht), dann will ich mich heute wenigstens mal auf anderer Ebene nützlich machen und werde diesem Tag das Motto geben, frei nach Emmi Pikler: Lasst mir Zeit.

Heute wird ein Tag ohne Eile. Ich werde meine Kinder, meinen Mann und mich heute kein einziges mal drängeln.

Ich werde berichten.

27.10.2014

Just for me Moments 43/2014

Sonntag Nachmittag auf der Autobahn, mein Herz fliegt über mir, voll und so leicht und voller Oktobersonne, und hüpft vor Vorfreude auf die Kinder. Und hüpft vor Nach-Freude über die letzten 24 Stunden, nur der Mann und ich, alleine und in Ruhe und für einen kurzen Moment wieder wir von früher.


Meine Vorstellung von Luxus: Ein gutes Buch, eine sehr schlechte Zeitschrift, die warme Luft der Sauna, die zu unseren Liegen rüber wabert und dafür sorgt, dass sogar meine permanent schlecht durchbluteten Mädchenfüße bis ins letzte Molekül durchgewärmt sind. Er neben mir, seine immerwarmen behaarten Zehen neben meinen, wir reden nicht viel, weil wir nicht müssen. Nichts besprechen, nichts organisieren, nicht uns gegenseitig antreiben. Drei Stunden Zeit.


Irgendwann spüre ich, dass er mich ansieht und grinst und dann sagt er, "du!"; ich grinse auch und sage, "ja, ich!", und er, "komisch, gell?", und ich weiß genau was er meint, und wir grinsen beide und ich freue mich still über ihn und seine Vorstellung von Romantik und über mein ganzes Leben, dem ein bisschen Abstandsbetrachtung so gut tut.


Und essen gehen, zum ersten Mal in meinem Leben Champagner bestellen und mich freuen, dass es seine Lieblingsnachspeise gibt bei diesem Thai, und spät abends noch einen Espresso trinken, weil es ist ja egal, weil wir werden spät schlafen. Am nächsten Morgen Nutellabrot und Kaffee im Bett, reden und noch eine ganze Stunde lesen bis das Frühstückscafé öffnet, "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", und wenn mir wieder die Tränen das Gesicht fluten und ich nicht mehr kann wegen dieser Geschichte, die mir den Bauch verknotet, dann schnell zur InTouch wechseln und dann wieder zurück und mich noch mehr darüber freuen, wie gut wir es haben.


Ein paar Wochen mit einer absurden Ansammlung nerviger Kleinerkrankungen im Dreier-Roulette - überstanden! (Fieber, Hand-Mund-Fuß, grippale Infekte, Stimmbandentzündung, Aphten, beidseitige Sehnenscheidentzündung - hallo Herbst)


Danke, Pia, für die gute Idee und für's wöchentliche Erinnern daran, dass wir uns bitteschön auch um uns selber kümmern müssen! Habt eine wunderschöne Woche.

21.10.2014

Dieser Moment im Auto...

... wenn ich zum dritten Mal inbrünstig "das Lied der Schlümpfe" singe und merke, dass beide Kinder tief und fest eingeschlafen sind ...

09.10.2014

Nicht nur der Bankangestellte meines Vertrauens hat Alpträume wegen mir

Gestern hatte ich ein verstörendes Erlebnis. Gerade war ich dabei einen Zettel für eine Bank auszufüllen, mit ziemlich genau 3 1/2 Jahren Verspätung. Darauf hat mich der freundliche Bankangestellte persönlich hingewiesen. Unser Gespräch war übrigens auch verstörend, aber ich fürchte, eher für ihn.


Jedenfalls war ich gerade ein bisschen stolz, als ich so dasaß und den Zettel ausfüllte. Wie gut es tut Dinge zu erledigen, Struktur und Ordnung ins Leben zu bringen und so.
Dann musste ich meine Steueridentifikationsnummer eintragen. Und die von Ella. Und die von Mo. Und ihre Kindergeldpersonalnummern. ???? Kindergeldpersonalnummern - die haben so was?! Alarmiert legte ich den Stift beiseite und überlegte, wie ich es dem Bankangestellten beibringen könnte, dass ich noch zwei weitere Jahre zum Ausfüllen des Zettels benötigen würde. So lange würde es nach meinen groben Berechnungen dauern, bis ich die erwähnten Nummern in meinen Ordnern ausfindig machen könnte. Ich warf den Stift und den Computer gegen die Wand und wählte den Notruf. Meinen Mann. Nicht erreichbar, er muss ja unbedingt jeden Tag in die Arbeit gehen. Erbost schimpfte ich ein paar beleidigende Wortschöpfungen für das Finanzamt vor mich hin und suchte meine Ordner. Oder eher: Meine "Ordner".


Da geschah es.
Ich sah zwei Ordner vom Mann. Beschriftet. Schlug sie auf. Innen - Trennblätter. Beschriftet. Mit den richtigen Sachen und ohne Durchstreichen. Lesbar und nach Datum sortiert. Ich kratzte mich am Kopf und fragte mich, ob ich zufällig gerade ins Koma gefallen bin und vom Epizentrum unseres Finanzamts alpträume. Aber es stimmte tatsächlich. Ich fand die gesuchten Nummern INCLUSIVE MEINER EIGENEN Steuernummer innerhalb von 3 1/2 Sekunden in den Ordnern meines Mannes.


Ich weiß ja nicht wie es euch geht; ich halte mein Gehirn für gut organisiert und finde, das muss reichen und es muss ja nicht immer alles gleich nach außen getragen werden. Ich besitze mehrere "Ordner" (ich fürchte, es befinden sich Unterlagen von Banken darin, die es gar nicht mehr gibt), eine Vor-Ablage für die Ordner (kann ja nicht immer gleich alles einordnen) und eine Schnell-Ablage vor der Vor-Ablage (auch bekannt als: unser Küchenstuhl). Und für alles andere hab ich noch eine Schublade.


Der Mann hat: Zwei Ordner. Und verzieht sich jedes zweite Wochenende stundenlang auf den Dachboden um "Admin" zu machen, wobei ich ihn beschuldige mit halb geschlossenen Augen auf dem Sessel zu liegen und sich den Hintern zu kratzen, während ich unten zwei Kleinkinder durch die Luft werfe und einarmig Mittagessen koche. Er sagt, "du machst ja nie Admin." Und ich: "Natürlich nicht, wozu auch?" Dann schreien wir uns ein bisschen an und jeder geht seine Wege.


Ich finde ja, er übertreibt, weil seit dem Brief mit dem Gerichtsvollzieher öffne ich meine Post auch öfter. Naja, ehrlich gesagt öffnet er meine Post mittlerweile. Oder zwingt mich dazu, wenn ich daneben stehe. Manchmal frage ich mich, ob er nicht eigentlich meine perfekt organisierte wunderhübsche Freundin heiraten wollte, mich dann aber irgendwie beim Heiraten verwechselt hat. So wie meine Oma damals, die dachte dass ich seinen Trauzeugen heirate. Ich hab den Mann jedenfalls nicht verwechselt, es war auch höchste Zeit, irgend jemand musste schließlich mal meine Steuererklärungen machen.


So, jetzt muss ich meine Bewerbung fertig schreiben. Mein Organisationstalent stelle ich unter Beweis.
Ich breche mal eben in schallendes Gelächter aus.


P.S. Baby, ich liebe dich! Und nicht nur für das. Dein Schubladen-Messie.



06.10.2014

Just for Me Moments 40/2014

Dienstag.
Krank. Ins Bett legen. Nicht schlafen können, stattdessen Gedanken von links nach rechts schieben und wieder zurück. Mich ärgern über das blöde Grübeln und warum kann ich mich nicht entspannen? Wieder aufstehen. Aufs Sofa setzen. In Ruhe einen Kaffee trinken, ein Nutellabrot essen und mich selbst schimpfen, dass ich diesen Moment nicht genießen kann.
Wohin mit mir? Mitte Ende Zwischen Mitte und Ende 30, zwei prima Kinder, einen Mann, den ich nur manchmal auf den Mond schießen will - alles super. Nur keinen Job. Ich will aber endlich wieder einen. Rausgehen, sitzen, denken, mit Menschen reden, die sich nicht in die Hose machen. Feedback bekommen. Zum Familieneinkommen beitragen. Den Gedankenkreislauf endlich wieder erweitern.


Zwei Absagen bekommen und von der dritten Bewerbung schon zu lange nichts gehört. Ich lege mich wieder in's Bett und freue mich, dass die Kopfschmerztablette zu wirken beginnt.


Mittwoch.
Immer noch krank, aber schon ein bisschen besser. Der Mann bringt die Kinder in den Kindergarten, und ich bin froh, noch nicht aus dem Haus und in die Oktobermorgenfrische zu müssen, die ich eigentlich sehr mag. Um 8 ist es noch richtig nachtkalt, aber wenn die Morgensonne es sich gemütlich gemacht hat, werden es vielleicht nochmal 20°. Ich kneife auf dem Weg zum Sofa die Augen fest zusammen um das ich-müsste-dringend-staubsaugen-Gefühl nicht herein zu lassen, schließlich bin ich krank, und schaue kaffeetrinkend die letzten Folgen von Mad Men. Jetzt aber! Geht doch! Heute deprimiert die Serie mich nicht einmal, sondern ich freue mich über den Spannungsbogen am Ende der 6. Staffel. Nicht Breaking Bad, aber besser als Verbotene Liebe.

Die restliche Woche war schön, aber keine Zeit Sue-Sachen zu machen außer so Zeugs am Abend.


Also JFMM, das muss besser werden.


Zu erledigende Genüsse:
- Sport, der nicht aus "sich strecken um den Spiegel zu putzen" bzw. "Sohn nachrennen" besteht;
- zum Friseur gehen UND shoppen (für mich);
- ordentlich angezogen und frisiert das Haus verlassen;
- eine Kürzestgeschichte schreiben;
- ganz alleine mit einem Murakami in der Hand auswärts Mittag essen.


Wie immer - danke, Mama Miez, für die gute Idee der JFMM!

02.10.2014

Penisneid, reloaded

Ich bin gerne nackig.
Nicht auf eine Moulin-Rouge-exhibitionistische Art; ich mag es einfach, Luft und die Grenzenlosigkeit des Nicht-Kleidung-Tragens zu spüren.
Meine Kinder haben mich auch gerne nackig. Da können sie Muttermale pieksen, im Nabel bohren, zwei still-gebeutelte (wah) Brüste bewundern und laut auf meinen Bauch klopfen. Sie selbst sind auch gerne nackig, laufen dann laut "ich bin nackig!!!"-rufend und tanzend durch's Haus, es scheint ein ungestümes Freiheitsgefühl in ihnen zu wecken, ich liebe das. Diesen unbeschwert-schöpfungsnahen Umgang mit Nacktheit und Sexualität, so rein, so pur.


Wie neulich. Als Mo im Kindergarten konzentriert daran arbeitete, mein Shirt zu lupfen, dem staunenden Personal meine schwangerschaftsverwöhnten Speckröllchen zu präsentieren um laut "BAU!" zu schreien und selbigem mit seinen Patschehändchen ein lautes Klatschgeräusch zu entlocken. Ich, schamesrot: "Äh, er klopft gerne auf Bäuche..." Das Personal: "Das sehen wir, du Freak. Was genau macht ihr zuhause?"


Wenn ich mit Ella auf einer öffentlichen Toilette bin, fragt sie gerne: "Mama? Kommt jetzt wieder Blut aus deiner Scheibe?"
Ja, bei uns heißen die Geschlechtsteile so, wie sie eben heißen. Penis und Scheide. Penis kann Ellachen schon prima aussprechen, wir haben geübt. Schließlich bin ich Linguistin. So geschah es, dass wir, frisch nach Franken gezogen und Ella war gerade 2 1/2, in der Nürnberger Altstadt standen und ich den Kindern den neuen Fluß zeigte. "Schaut mal, das ist die Pegnitz! Ella, sag mal Peg-nitz!" Darauf Ella stolz: "Pe-nis! Der Mo hat auch einen Penis!"
Ja. Der junge Herr neben uns hätte sich vor Lachen beinahe mit seinem eigenen bepieselt.
Mo dagegen lächelte still in seinem Buggy. Schließlich hat er erst vor kurzem entdeckt, dass es da noch dieses Spielzeug gibt, das er IMMER dabei hat! Als er seinen Penis zum ersten Mal gefunden hat, sah er mich an mit diesem Blick: "Mama, und das finde ich erst JETZT? Ich fasse es nicht, das tollste Spielzeug hängt an mir dran und keiner sagt mir Bescheid?" Und dann dachte er wahrscheinlich, "egal, ich muss mal eben... daran... ziehen..."


Auf seine etwas brachiale Mo-Weise zieht er an seinem Penis, dass ich kopfschüttelnd daneben stehe, das muss doch weh tun? Und Ella sitzt daneben, schaut ihn nachdenklich an und sagt dann voller Überzeugung: "Mama, ich will AUCH endlich mal einen Penis haben!"


Tja, Kinder, manche Wünsche müsst ihr euch eben selbst erfüllen. Operativ, mit 18. Oder vielleicht auch einfach nicht, wer weiß? Lasst uns in zehn Jahren nochmal darüber reden.



30.09.2014

Beim zweiten Kind läuft so einiges anders...

So, jetzt bin ich auch krank, trinke gerade meine dritte Kamillentee-Zitrone-Honig-Schorle und überlege, ob Ramazotti um 12 als Erkältungsmittel durchgeht. Muss heute den zweiten Weiterbildungs-Workshop absagen, daher wird es hier bis auf Weiteres total unprofessionell und scheiße aussehen. Sorry! Aber was ich eigentlich sagen wollte...


... ist das hier: Raising Your First vs. Your Second Child von Jason Good via Cup of Jo:


Food First Kid: All homemade in special baby-food processor. Quinoa! Spinach! Sweet potatoes!
Second Kid: Crackers.

Bed
First Kid: Crib that Daddy put together himself while Mommy yelled at him.
Second Kid: Mommy's bed. Daddy now has his own room with a mattress on the floor surrounded by dirty socks.

Clothes
First Kid: One hundred percent organic cotton. Some even made of bamboo?
Second Kid: His brother's old clothes.

Parties
First Kid: In our backyard with a piñata hanging from the Japanese maple.
Second Kid: Pizza on the floor.

Bathing
First Kid: Every night in a special bathtub that's just the right size. Hand-washed with a soft cloth or silky sponge.
Second Kid: Twice a week. Swimming pools count.

Nighttime Routine
First Kid: Swaddled in a Miracle Blanket. "Baby Beluga" sung to him. Asleep by 7:30pm.
Second Kid: Falls asleep on the sofa with mom's boob in his mouth at 10:30pm.

Friends
First Kid: Playgroups, mommy and baby get-togethers in the park!
Second Kid: His brother's friends.

Toys
First Kid: All handmade out of wood. Mostly Swedish.
Second Kid: The boxes his brother's toys came in.

TV Rules
First Kid: PBS/Sesame Street only. Two 23-minute shows per day.
Second Kid: Has his own Netflix account.

Shoes
First Kid: Something European with an umlaut in its name.
Second Kid: Old muddy shoes with faded umlaut and missing sole insert.

Potty Training
First Kid: Diapers, then some kind of training underwear, then underwear.
Second Kid: Might crap in a diaper until college.

Babysitter
First Kid: A wonderful woman named Sarah, whom he loves and will cherish for the rest of his life.
Second Kid: Doesn't have one. We never go out.


Haha. Vor allem "Bed" trifft es bei uns leider recht genau.



29.09.2014

Just for me Moments 39/2014

Heute fühle ich mich ein bisschen wie damals, als ich im Schulorchester beim Auftritt vor der ganzen Politprominenz meiner Heimatstadt beim Saxophonspielen keinen einzigen Ton gespielt, sondern nur meine Finger bewegt und still gehofft habe, dass es niemand bemerkt... (Es hat geklappt! Trotzdem eher nicht empfehlenswert, insgesamt) Seit diesem denkwürdigen Tag liegt mein armes Saxophon übrigens unberührt in seiner Schachtel)

Streng genommen dürfte ich heute nicht mitmachen bei den Jfmms. Meine Woche war nämlich eine sehr "authentische":

Anzahl kranke Kinder: 2 von 2
Anzahl durchgeschlafene Nächte: 0
Anzahl abgesagte ganztägige Workshops für meinen beruflichen Wiedereinstieg: 1
Anzahl geschriebene Geschichten über Penisse: 0 (statt 1, wir wollen ja nicht übertreiben)
Anzahl abgesagte Verabredungen mit Freundinnen: 2
Anzahl echte JFMMs*: 0, tatsächlich, und ich habe lange überlegt ob nicht doch einer dabei war, der mir nur kurz entfallen ist. Aber so ist das manchmal mit den Wochen, den Kindern und dem Leben, und glaubt nicht dass ich mich hier beschweren möchte auf meinem kleinen Blogspielplatz, der noch seine Richtung sucht, morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Danke Mama Miez für die gute Idee der JFMMs! Ich mache hier übrigens mit, weil ich selbst haarscharf an einem Burnout oder postpartalen Depression oder wie auch immer man es nennen mag vorbeigeschrammt bin. Mir geht es gut, aber ich muss mich nach wie vor zwingen auf mich zu achten.

24.09.2014

Nur 5 Minuten...

Neulich wollte einmal wieder mein Gehirn implodieren.
Nein, ich versuchte nicht wieder während eines Trash Metal-Konzerts zu schlafen - ich habe nur einen Vormittag mit meinen beiden Kleinkindern verbracht.

Irgendwann schlafen 50% der Kinder und in mir erwächst die Hoffnung, doch noch zu einer Mittagspause zu kommen. Hm, Ella wirkt gerade sehr unmüde. Ich überlege. Sie fand es zwar witzig, als Opa ihre Handgelenke mit Isolierband zusammen klebte, aber ob das als Methode für meine Mittagspause übertragbar ist? Ich verwerfe den Gedanken.

Nächster Versuch. Ich versuche Ella freundlich das Konzept einer kurzen Pause näher zu bringen. Hallo Welt - ich rede nicht von einem absurd langen Zeitraum wie einer halben Stunde. Ich rede von 5 Minuten. In Worten: FÜNF.

Ella ist drei Jahre alt.

Trunken von meiner Idee schlage ich vor, "komm Ellachen, wir legen uns kurz hin und spielen schlafen!"
Ellachen ungerührt, "Nein."
Ich: "Bitte."
E: "Mama. Steh! Jetzt! Auf! Du sollst mit mir spielen."
Ich, Begeisterung heuchelnd: "Hey! Ich weiß ein tolles Spiel!", und fühle mich sehr schlau.
E, aufgeregt: "Spielen wir Schaf-Doktor? Schau, das hier (nimmt Stecker der Nachttischlampe) muss in den Popo..."

Ich: "Nicht ganz. Wir spielen 5 Minuten Pause! Das geht so: Wir legen uns hin und sagen 5 Muten lang gar nix."
E: "Fünf Mituten?"
Ich: "Minuten. Schau, da ist eine Uhr, und wenn dieser (ich deute) Zeiger da drüben ist, dann sind fünf Minuten vorbei."

E strahlt. Klingt lustig.
Ich bin der König der Welt. 5 Minuten Ruhe, zum Greifen nah.

E: "Geht's jetzt los?"
Ich: "Ja! Und jetzt: Pscht!"



Fünf Sekunden vergehen.


E: "Ist es jetzt vorbehei?"
Ich: "Nein, das waren höchstens fünf Sekunden. Schau, das sind Sekunden (deute) und das sind Minuten..."

10 Sekunden vergehen.

E: "Sind das fünf Mituten?"
Ich: "Minuten. Nein. Schau, da ist der Zeiger erst. Pscht!"



5 Sekunden vergehen.


E: "Mama, mir ist SO langweilig!"
Ich: "Pscht."
E: "Aber Mama, WARUM?"
Ich: "Weil die fünf Minuten noch nicht vorbei sind."
E: "Aber warum sind die noch nicht vorbei?"
Ich: "DU HAST DAS SPIEL VERLOREN."
E, verstört, "Aber warum?"
Ich, wirr, "weil die fünf Minuten, schau, DA..."
E: "Mama!"
Ich, verzweifelt: "PSCHT!!!", und versuche nichts gegen die Wand zu werfen.
E, sehr laut: MAMA!!!
Ich: "Ellachen, was genau hast du am Konzept des fünf Minuten Ruhe gebens nicht verstanden, Mund halten, ausruhen, komm wir kuscheln, es dauert doch nicht mehr lang, schau, bitte, leise, Pscht..."
E: "Ich muss Pipi und Stinker."
Ich: "Oh my god."
E: "Komm wir hüpfen hüpfen hüpfen! Oh, nur ein kleiner Tropfen Pipi ist in die Hose, aber nur ein ganz kleiner, macht nix Mama."
Ich: "Ich geb's auf."
E: "Mama, fünf Minuten sind SO lang. Das hab ich super gemacht, oder? Krieg ich jetzt Gummibärchen?"

22.09.2014

Just for me Moments 38/2014

Danke, Mama Miez, für die gute Idee!

Heute bin ich zum ersten Mal dabei die Just for Me-Moments der vergangenen Woche zu würdigen. Endlich kann ich nämlich voller Freude berichten - diese Momente bestanden nicht ausschließlich aus:

Verbotene Liebe im Livestream anschauen, sobald die Kinder schlafen;
Die besten Süßigkeiten auffuttern, sobald die Kinder schlafen;
Die langweiligsten To-Do-Listen der Welt wieder nicht abarbeiten, obwohl die Kinder schlafen; und
Schlafen.

Sondern!

Bedingt durch den wunderbaren Wiedereintritt in den Kindergarten hatte ich zunächst so viel freie Zeit, dass ich die ersten beiden Tage verwirrt im Kreis gelaufen bin. [unser neuer Laptop war noch nicht da, das war eine tolle Ausrede, meinen geplanten Bewerbungsmarathon auf äh JETZT zu verschieben].

Am dritten Tage habe ich: Geschrieben. Mit Kugelschreiber in ein Notizbuch. Kleine Geschichtchen, einfach so, nur für mich. Wieder mit dem Schreiben anzufangen ist ein bisschen wie nach langer Abstinenz mal wieder Sex zu haben. Du fragst dich, wie geht das nochmal und muss das wirklich sein und wozu nochmal...?, und am Ende - Kopf frei, Körper entspannt, zumindest wenn man die Person kennt (und mag), mit der man eben Sex hatte, sonst wird alles auf einmal so komisch aber Momentchen, das ist eine ganz andere Geschichte...

Am vierten Tage hab ich das Klo geputzt, und hey Mütter da draußen, irgendwie hat so ein einsames Klo-Putzen doch auch was von einem ordentlichen JFMM. Wenn kein 1 1/2-Jähriger versucht einen Köpfer in die Kloschüssel zu machen und die 3-jährige das Putzwasser nicht als Badewanne für die Mama-Puppe benutzt? Unbezahlbar. (An dieser Stelle erspare ich euch das Foto meiner Kloschüssel.)

Das Highlight der Woche war allerdings, gestern: Laufender Kunstbetrieb auf AEG. Durch die Ateliers der Künstler laufen, zwei Fotoausstellungen (etwas Penis-lastig), Kunstbetriebs-Luft schnuppern und darin die Freiheit riechen, guten Kaffee trinken und quatschen, schreiende Kinder hören und wissen, ES SIND NICHT DIE EIGENEN. Ausflippen vor Freude!

[gerade kann ich keine Fotos hochladen, das klappt hoffentlich später wieder]
[Update zu den Fotos: selbige hochladen kann ich offenbar nur dann, wenn ich google chrome auf unserem neuen Laptop installiert habe, was für meinen Mann gleichbedeutend ist mit nackt durch die Fußgängerzone rennen und Patrona Bavariae singen. Ich arbeite also noch daran.]

18.09.2014

Ha-Ha-Hausfrau

Neulich, auf der Bank. Gerade waren wir dabei mehrere Hunderttausend Euro auszugeben und mich hat schon ein leicht beklemmendes Engegefühl im Hals beschlichen, weil man verschuldet sich schließlich nicht alle Tage hoch. Also ich weiß ja nicht wie es euch geht. Grundkonstitution insgesamt eher mittelmäßig, ich schnappe gerade nach Luft wie ein zappelndes Fischlein, weil der Typ für langfristige Entscheidungen, das bin ich nicht! Ein Mann und zwei Kinder, das langt mir als Committment locker bis an mein Lebensende. muss jetzt nicht noch ein Hauskauf dazu kommen, das löst starke Fluchtreflexe in mir aus und als ich mich gerade konzentriere diese zu unterbinden, unterbricht mein freundliches Anzug tragendes Gegenüber meinen Gedankenwust mit der Frage, 'Frau J., was machen Sie beruflich?', und mir fällt tatsächlich nichts anderes ein als 'ich, äh.'

Mein Mann springt hilfreich ein, 'sie ist Teamleiterin in Elternzeit, aber der Job war in München.'
Ich, 'genau, also äh, ich arbeite gerade nicht, die Kinder sind ja noch so klein, und jetzt muss ich mir erst mal was Neues suchen, äh.'

Der Herr von der Bank sagt freundlich, 'also Hausfrau.' Und freut sich, weil er die richtige Antwort im das leere Feld tippen kann.

Hausfrau.
Hausfrau?

Jetzt halte ich mich kurz am Tisch fest, wegen diesem Fluchtreflex, und weil mir kurz so komisch schwummerig wird. Hey Moment mal, ich Hausfrau, hastdusie noch alle, ich bin doch die total coole Karrierefrau, die zufällig zwei Kinder gekriegt hat und gleich weiter arbeitet -nämlich dann, wenn irgend ein bekiffter Personaler Lust hat auf eine quer einsteigende Teilzeitmama mit durchschnittlich 24 zu betreuenden Virusinfekten pro Jahr ...

Okay, ich bin Hausfrau. Mein Gehirn schlägt mir eben vor, die Tatsache aus Mangel an realistischen Alternativen zu akzeptieren. Ich überlege, was ich noch vor kurzem mit diesem Begriff assoziiert habe. Tja. Wie Mama Miez es so wunderbar beschreibt - Schubladendenken. Ich bin leider schuldig, und jetzt zahlt es mir das Universum mit hämischem Grinsen heim - jetzt sitze ich selbst auf unbestimmte Zeit in genau dieser Schublade fest und kratze noch ein bisschen klaustrophobisch mit den Nägeln an den Wänden...

Ein paar Wochen später. Ein bekiffter Personaler hat sich leider noch nicht gefunden, ich bin also immer noch arbeitslos, hochverschuldet, und Hausfrau. Aber! zumindest habe ich jetzt ENDLICH! die einzig vernünftige Antwort gefunden auf diese Frage, 'was machst du eigentlich den ganzen Tag?' Es ist zwar eine Lüge, weil natürlich haben wir gar keine, aber die Antwort lautet:

Der Putzfrau die Tür aufmachen.

Damit sollte zunächst alles geklärt sein, ihr Penner. Die ihr seid wie ich vor kurzem noch war. Uah! Ich geh mal eben das Wohnzimmer saugen.







28.05.2014

Eifersucht

Hahaha. Ich kann das hämische Gelächter des Universums förmlich hören. Dabei hab ich es wirklich versucht: Ich habe mir fest vorgenommen, einen entspannten, schönen und lustigen Nachmittag mit den Kindern zu verbringen.
Und dann... ich rieche es schon seit ein paar Tagen... kommt das blöde Gespenst GESCHWISTEREIFERSUCHT um die Ecke und knallt volle Kanne mit uns dreien zusammen. Und manifestiert sich in einem einzigen Satz:

ICH WILL GAR NICHT LAUFEN!!!

Diese konstruktive Aussage plus herzzerreißendes Schluchzen und Weinen. Kein wütendes, sondern verzweifeltes Schreien, Tränen und Rotz laufen über's Gesicht und die roten Stressflecken tauchen auf. Ella ist auf einmal völlig außer sich, wenn ich Mo trage. Und das tue ich oft, denn er kann noch nicht laufen. Der arme Mo weint natürlich sofort mit, völlig verunsichert, was seine große Schwester so aus der Bahn wirft.

And here I am. Zwei ziemlich hysterisch schreiende Kleinkinder an mich gepresst, die sich nicht beruhigen wollen.Sich schließlich doch beruhigen. Und wieder anfangen.

Also Situationswechsel. Es schüttet draußen zwar wie aus Kübeln, aber ich hätte die zwei Scherzbolde in dem Zustand wahrscheinlich auch vor die Tür gejagt, wenn es Kinderkacke geregnet hätte (naja. Nagelt mich nicht darauf fest. Man weiß nie mit diesem Universum heutzutage.). Kinder ins Auto verlagert, ich schweißgebadet, die beiden mit Tränen im Gesicht und roten Stressflecken, und das Wasser von den Regenjacken tropft auf unsere Knie. Der Regen trommelt monoton auf's Autodach und wir sind, glaube ich, alle dankbar für dieses dezente Geräusch.
Und beim Einkaufen ist auf einmal alles wieder dubi-du.

Die Moral von der Geschicht? Planen mit Kindern ist für die Tonne. Und dennoch bin ich ein bisschen stolz auf mich. Weil ich in dieser gefürchtetsten Situation, die ich ob ihrer nervenraubenden Intensität echt nur schwer ertragen kann, ruhig geblieben bin. Noch vor einem halben Jahr habe ich mitgetobt und war selbst außer mir an solchen Tagen.

Nennt mich übergeschnappt, aber ich glaube, allein der Gedanke an uns drei mit Bob Marley im Wohnzimmer hat mir ein bisschen geholfen.

You live, you learn.

Musikalische Früherziehung

Es regnet. 13°C Ende Mai. Zwei wildgewordene Kleinkinder.

Heute! Heute werde ich dem Lagerkoller die Zunge herausstrecken und die miese Laune austricksen. Ich werde die Stereoanlage, die schon seit gefühlten 3 Jahren einstaubt, endlich wieder einstecken. Den Lautstärkeregler so weit aufdrehen, dass es gerade noch kleinkinderfreundlich ist. Dann werde ich Mo auf den Arm und Ella an die Hand nehmen, und dann werde ich das hier

I spy: Mikhael Paskalev

einlegen, auf PLAY drücken und dann werden wir lange und wild mit dem Popo wackeln. Wenn das trotzphasengeschüttelte Ellalein ihre Hose nach dem Klogang nicht mehr anziehen mag, dann soll sie in Unterhose wackeln wie Mikhael so wunderbar in seinem Video. Und da unser Wohnzimmer nach einer Stunde Kleinkindaction aussieht wie ein Hotelzimmer nach einer Übernachtung von Axl Rose, werden wir heute dem Chaos zuvor kommen und im Takt mit Legosteinen jonglieren und uns mit Bällen bewerfen.

Danach werden wir noch das hier anhören: Jack Johnson: Jungle Gym
und dann noch das hier Cro: Einmal um die Welt,
und zum Runterkommen vielleicht noch das hier: Bob Marley: Stir it up

Und dann gehen wir Pfützen springen.

Mal sehen, ob das klappt.


21.05.2014

... und Action: Wenn das Geschwisterkind kommt - ein paar Tipps

Entweder es liegt am Frühling oder an meiner selektiven Wahrnehmung, aber irgendwie scheint im Moment eine fruchtbare Zeit zu sein. Von so vielen Zweit-Schwangerschaften höre ich gerade! Da ich mich derzeit so schön in der Verarbeitungsphase des letzten Jahres (= des ersten Jahres mit Baby und Kleinkind) befinde, brenne ich geradezu darauf, ein bisschen von meinem Gedankenhäufchen zu teilen.

Wir hatten zwar etwas schwierige, aber dennoch durchschnittliche Ausgangsparameter. Ella war 1 1/2 und sehr anhänglich, als Mo kam. Und Mo schrie.
Falls ich jemals zuvor ein entspanntes Mädchen gewesen bin - nach der Entbindung nicht mehr. Ich war ein übermüdetes, überfordertes und hormongeplagtes Nervenbündel und - ich fürchte, ich habe damals einen Kardinalfehler begangen, der mich hiermit zu Tipp Nr. 1 bringt:

1) Akzeptiere, dass die 1:1-Betreuung vorbei ist. 
Das klingt so einfach. In der Praxis bedeutet das aber: Mach dich nicht fertig, wenn beide Kinder gleichzeitig weinen und du nicht jedes Bedürfnis sofort befriedigen kannst.
Auch das klingt noch irgendwie einfach. Mich hat genau dieser Punkt aber am meisten gestresst und ich habe MONATE gebraucht, um mich nicht mehr als Versagerin zu fühlen, wenn beide Kinder unglücklich waren und ich ihnen nicht helfen konnte. [Unsere Hauptproblematik war: Mo hat monatelang nur beim getragen werden (und schlafen) nicht geschrien. Ja, auch beim stillen (hey, das geht tatsächlich!). Und Ella war so anhänglich / sensibel / eifersüchtig, dass sie sehr oft nicht akzeptieren konnte, wenn ich ihn getragen habe. Und das Geschrei hat sie fürchterlich gestresst. Andersrum: Mo schreit sich bis heute bei jedem der geschätzten 400 Stinker seiner Schwester, die ich aus Windel oder Töpfchen gepult habe, die Lunge aus dem Leib... etc.]
Die Liste an solchen Situationen lässt sich endlos fortsetzen: Kind 1 hat Hunger, wärend Kind 2 gegen die Tür rennt, etc.... Eine Situation, 1000 Variationen, millionenfache Frustration...

... oder du versuchst, die Frustration zu überspringen und akzeptierst einfach, dass es so ist und nicht geändert werden kann. Es ist nicht deine Schuld und du tust, was du kannst. Die Prios werden abgearbeitet.

2) Die Stillkiste.
Dieser Punkt ist nix Neues. Sammle neues (oder vergessenes) Spielzeug, Bücher, Bastelideen, Malsachen etc. für das große Kind in einer Kiste, die nur dann geöffnet werden darf, wenn du stillst.

3) Dieses Buch. 
Gibt's auch in der Schwestern-Version, allerdings nur auf Englisch. Macht aber nix - es ist so wenig Text, dass man leicht simultan übersetzen kann. Das beste Vorbereitungs-/Begleitbuch für das große Kind, das ich bisher gesehen habe, weil es nicht nur die Situation erklärt, sondern der/dem "Großen" sehr schön das Gefühl gibt, etwas ganz besonderes zu sein.

4) Ausnahmen sind ok, wenn sie gerade helfen.
- Du hältst dein Kind bisher strikt von Unterhaltungsmedien (vor 18:00, oder überhaupt, etc.) fern? Super. Aber der Zwerg schläft einfach nicht ein und der Große spielt brüllender Löwe im Schlafzimmer? Dann sch... auf die Regeln und mach es dir leichter, wo es geht.
- Bestechung durch Schokolade widerspricht deinen Erziehungsgrundsätzen? Prima. Aber Baby hat Hunger und der/die Große findet gerade große Erfüllung in einer Eifersuchtsattacke? Dann plündere doch mal das Überraschungseier-Notlager (ich hatte eins...)!
- Etc.

5) Sorge dafür, dass Papi (soweit vorhanden) sich nachts um Kind 1 kümmert, und dass Kind 1 das akzeptiert.

Fakt ist: Der/die Große, also "Kind 1", benötigt am Anfang (für die Zeit im Krankenhaus, für's Wochenbett, und generell um diese "Entthronungssituation" zu meistern) eine kleine Umorientierung bzgl. Hauptbezugsperson. D.h. der Papi muss präsenter werden -> auch nachts!, (und zwar schon ein paar Wochen vor der Entbindung) damit Kind 1 nicht aus allen Wolken fällt, wenn Mami plötzlich 4 Tage nicht da ist und danach permanent ein schreiender Alien an ihrer Brust nuckelt.

Und wenn der Alien dann da ist, ist die durchschnittliche neugeborene Zweifachmama körperlich und seelisch garantiert heilfroh, wenn sich Papi bitte bitte doch nachts und morgens (!) vollständig um das ältere Schätzchen kümmert. [Für mich war das die Rettung. Bis Mo 5 Monate alt war, hat er mich alle 1-2 Stunden aufgeweckt. Wenn ich dazu noch jeden Morgen um 6.00 mit Ella hätte aufstehen müssen, wäre ich ganz sicher zusammen gebrochen.]

6) Hole hilfe.
Damit meine ich nicht nur Babysitter, Eltern oder Freunde. Sondern ich meine auch: Scheue dich nicht, dir professionelle Hilfe zu holen, wenn es dir nicht gut geht oder wenn du dich permanent überfordert fühlst. Postpartale Depression ist (auch nach dem zweiten Kind) keine Seltenheit und nicht nur zum Wohle deiner Kinder musst du dich auch um dich selbst kümmern.

7) Investiere in einen Geschwisterkinderwagen.
Dieser Punkt zählt natürlich nur dann, wenn der Abstand zwischen beiden gering ist. Wir haben einen Berg Kohle für einen richtig guten Wagen ausgegeben, weil wir dachten, wir würden ihn nach ein paar Monaten wieder wie neu verkaufen können. Falsch gedacht! Dieser Wagen hat mich so oft gerettet (wie bringe ich zwei weinende übermüdete Bündel zum schlafen???) und erleichtert mir auch heute noch das Leben sehr (Mo sitzt? Ich will auch sitzen, ich will GAR NICHT LAUFEN!!!, wohlgemerkt ist das Mädchen fast 3, aber hey, choose your battles), dass wir ihn gar nicht mehr hergeben wollen. Unserer ist der Bugaboo Donkey Duo, und er ist für unsere Zwecke perfekt. Aber es gibt sicherlich preiswertere und auch sehr gute Alternativen.


8) Enjoy.
Ha! Das hätte ich doch fast vergessen. Egal wie gestresst und müde du bist und egal wie oft die Kinder schreien und wie schei... deine Wohnung aussieht usw: Es ist wunderbar! Deine Kinder werden jetzt einander haben, bis an`s Ende ihres Lebens. Zwei Kinder zu haben ist wunderbar. Es verändert die Familiendynamik noch einmal enorm. Fühl dich nicht unter Druck gesetzt, glücklich zu sein (ich war es nicht oft). Aber sei dankbar, und halte die schönen Momente fest. Und denk dran: Es wird einfacher. Monat für Monat. Und wenn sie erst mit einander spielen können und sich umarmen, dann wird es dich ein bisschen schaudern vor lauter Glück.


Anm.: Vielleicht denkst du, die Alte spinnt und übertreibt völlig. Stimmt auch bei den meisten! Tatsächlich läuft es bei der Mehrzahl meiner Freunde sehr entspannt mit dem Geschwisterkind! In diesem Sinne wünsche ich allen bald-(Mehrfach-)Mamas alles Liebe und einen guten Start!


19.05.2014

Heldin des Nachmittags in 10 Minuten: Die einfachsten Pancakes der Welt







Ich bin einfach keine ordentliche Köchin. War ich nie, bin ich nicht, werde ich wohl nie sein. Wahrscheinlich, weil ich im Grunde meines Herzens ein Rennpferd bin - immer schneller, nicht anhalten, laufen laufen laufen... das hat sich durch die Kinder und damit einhergehenden chronischen Zeitmangel leider noch verstärkt. Ein Rennpferd stellt sich einfach nicht total gechillt in die Küche und bereitet mit viel Liebe und Muße ein zauberhaftes Gericht für die ganze Familie. Ich wünschte, ich könnte das! Stattdessen scharre ich mit den Hufen und bin beleidigt, weil die Nudeln doch nicht in 7 Minuten gar sind wie auf der Packung versprochen. Nicht gerade die beste Eigenschaft als Mama, aber manche Dinge lassen sich nicht so leicht ändern...

... dennoch, Essen muss in die Bäuche. Schnell, einfach, gesund und kindertauglich. Und so lecker, dass es bei uns ab sofort heißt:

Dienstag ist Pancake-Tag!

Hier kommt also ein tolles Rezept (bei Mama Miez gefunden und leicht adaptiert):

Zutaten:
  • 2 Tassen (á ca. 250ml) Vollkornmehl
  • 2 EL Zucker
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 1 ½ Tassen Milch
  • ¼ Tasse Öl
Zubereitung:
- Alle trockenen Zutaten vermischen.
- Alle feuchten Zutaten in einer weiteren Schüssel mixen.
- Anschließend die feuchten und die trockenen Zutaten mit dem Mixer verquirlen.
- Eine Pfanne auf mittlerer Temperatur erhitzen und einen Esslöffel Öl hineingeben. Wenn das Öl heiß ist, die Pancakes á 2 Esslöffel Teig in die Pfanne geben.

- Wenn der Teig Bläschen wirft und diese platzen, den Pancake wenden und auf der zweiten Seite noch mal eine Minuten backen.

Der Teig ist in 5 Minuten zusammen gerührt, und die ersten Pancakes sind 3 Minuten später fertig. Bis der komplette Teig verbacken ist, dauert es bei mir eine Weile. Aber wenn die Kids in ihren Hochstühlen in der Küche neben mir den Pancake-Fortschritt live miterleben und simultan gefüttert werden - dann ist alles prima!


Wir essen dazu Apfelmus oder Apfel-Birnen-Mark aus dem Glas; damit werden die Pancakes wirklich zu einer gesunden Mahlzeit. Wer's süßer mag, nimmt Nutella dazu.

Die Pancakes lassen sich in einer luftdichten Box im Kühlschrank aufbewahrt perfekt noch am nächsten Tag essen.

Bei mir erinnern die Pancakes rein optisch mitunter eher an Kaiserschmarren, aber das macht nix! Sie schmecken trotzdem hervorragend, und den Kindern ist die Ästhetik zum Glück (noch...) wurscht. 

Große Begeisterung!




16.05.2014

Statt durchdrehen: Lieber in den Wald!

Es mag dramatisch klingen, aber das letzte Jahr war das turbulenteste und auch härteste meines Lebens, ich verlor über weite Strecken völlig die Kontrolle und lernte Seiten an mir kennen, die mich noch heute zum Erschaudern bringen. Dabei ist nicht wirklich etwas außergewöhnliches passiert: Es wurde "nur" unser zweites Kind geboren... Ella war 1 1/2, und dann kam Mo.
An anderer Stelle werde ich bestimmt mehr Detail zu dem Chaos schreiben, das damals bei uns Einzug hielt. Kurz gesagt, ich hätte nie gedacht, dass mich zwei kleine Menschen so an den Rand des Wahnsinns bringen können.
Mittlerweile ist Mo 13 Monate alt und Ella mit 2 3/4 schon ein Kindergartenmädchen, ich kann also wieder durchatmen und sagen, das erste Jahr ist ÜBERSTANDEN!
Tage, die völlig aus dem Ruder laufen und mich mitunter am Vorhandensein irgendwelcher Regeln im Universum zweifeln lassen, gibt es natürlich immer noch. Solche Tage kennt jeder ...

So auch letzte Woche.

Gegen halb 12 kommen wir nach Hause, alle völlig erledigt und hungrig nach der Kiga-Eingewöhnung. Ella und Mo überwältigt von all den Eindrücken, ich übermüdet und fertig durch das stundenlange Rumschleppen des aufgewühlten 11kg-Brockens. Also Prio 1: Versuchen, in 10 Minuten ein kinderfreundliches Mittagessen zu kochen, zu verfüttern und dabei das Quengeln halbwegs zu ignorieren. Geschafft. Prio 2: Bub und Mädchen ins Bett bringen. Hm - NICHT geschafft. Beide beschließen, lieber wach und sehr unglücklich zu sein als brav zu schlummern und IHRER MAMA EINE MITTAGSPAUSE zu gönnen. Die restlichen Stunden: Mädchen schüttet Glas aufs Sofa - Bub pieselt beim Windelwechseln auf den Teppich - Mädchen rennt gleichzeitig mit dem Kopf gegen den Tisch und braucht Trost- Bub will getragen werden weil so müde - Mädchen muss einen Stinker ins Töpfchen - Bub kriegt Tobsuchtsanfall im Laufstall (außerhalb des Laufstalls tut er alles, um INS Töpfchen klettern zu können) - Mädchen will nicht Hände waschen, weil das Wasser zu kalt ist - Bub räumt in Nanosekunden das komplette Bücherregal aus, spielt Diskuswerfen mit Leo Lausemaus-CD und isst Tafelkreide - Mama verkneift sich viele hysterische Anfälle, aber nicht alle. Usw usw.

Ich weiß, das ist alles ganz normal und vor allem "Mami, das geht schon wieder weg"; ich weiß nicht, wie es euch geht, aber an solchen Tagen würde ich mir, gelinde gesagt, äh mehr Gelassenheit wünschen. Jedenfalls, kurz vor dem endgültigen Zerspringen habe ich uns drei in Mopsgeschwindigkeit ins Auto gepackt und bin - in den Wald gefahren.

Und siehe da!

Völlige Stille außer Vogelgezwitscher und dem Klang unserer Schritte im Laub. Frische, feuchte Luft, vereinzelte Sonnenstrahlen spitzen durch die Baumwipfel. Der Wind rauscht durch die Blätter. Von einer Sekunde auf die andere merke ich, wie wir uns alle drei entspannen und der Druck aus dem Kopf schwindet.

Wir suchen Schnecken, und alles ist gut.

Nicht entspannt genug als Mama? Lasst uns doch einfach in Ruhe!

Überbehütung. Helikopter-Mamas. Attachment Parenting. Projekt Kind. [Etc., etc.]

Überall dasselbe. In allen möglichen Medien lassen sich heutzutage Menschen über ein aktuell stattfindendes Erziehungsdrama aus. (Konkret geärgert hat mich der am letzten Wochenende in der SZ erschienene Artikel "Unter Müttern").
Wir verwöhnen unsere Kinder, wir schieben sie ab. Wir lassen sie nicht wild sein, wir geben ihnen keine Regeln. Wir müssen nicht dies, wir sollen endlich das, wir können uns nicht mehr natürlich verhalten, und warum lassen wir uns überhaupt so unter Druck setzen und sind so mega-unentspannt? Das ist doch nicht cool, jetzt bleib doch mal locker!

Locker?!

Warum nimmt sich überhaupt irgend jemand das Recht heraus, andere Menschen und ihren Umgang mit ihren Kindern zu ver- oder auch nur be-urteilen?

Ich hätte da mal eine kleine Bitte:

Lasst uns einfach in Ruhe!
Keine Ratschläge, keine Beobachtungen, keine Ansichten, und schon gar keine Zukunfts-Aussichten, bitte.

Jede/r macht es anders. Die eine lässt sich von ihrer 4-jährigen herumkommandieren? Lasst sie doch! Wissen wir, wie es in deren 4 Wänden aussieht, können wir ihre Erziehungsmethode wirklich beurteilen?
Die andere steht am Spielplatz immer einen Meter neben dem Kind? Na und?
Die dritte setzt sich einen Erdbeerhut auf, geht mit der 2-jährigen im Partnerlook und spricht nur noch Babysprache, wirkt dabei aber total gestresst? Ist doch egal!
In die Stillen-oder-Flasche- bzw. Tragen-oder-Kinderwagen-Diskussion möchte ich gar nicht erst einsteigen.

Ich bin es leid, mir aus allen Ecken und Medien anhören zu müssen, dass ich locker und entspannt sein MUSS und dass ich das Kind doch einfach Kind sein lassen SOLL und mich nicht so stressen DARF, und so weiter. Diese ganze Diskussion um die zu hohen Erwartungen an die Mütter hat einen seltsamen Nebeneffekt -> sie erzeugt noch mehr Druck. Daher nochmal mein Appell:

Lasst uns in Ruhe!

Denn es ist doch folgendermaßen:
Solange wir unsere Kinder lieben und jeden Tag auf's Neue unser Bestes geben, machen wir alles richtig.

Auch wenn wir keine sternförmigen Gemüsescheibchen in die Kindergartendose legen.


Warum bin ich oft so unzufrieden als Mama?

Vor 10 Jahren war ich, damals unternehmungslustiges Singlemädchen, ein paar Wochen
alleine in Neuseeland unterwegs. Ich hatte gerade fürchterlichen Liebeskummer und
wollte in der großen Welt ein bisschen vergessen, wer ich war. Wenn ich nur fremde
Leute um mich hatte, konnte ich dann nicht auch eine andere werden?

An einem strahlenden Frühlingstag erreichte ich mit einer Gruppe anderer Touristen
das kleine, wunderschöne Bergdorf Franz Josef. Es war so angenehm, ein völlig
unberschriebenes Blatt zu sein, tausende Kilometer von zuhause entfernt. 
Ich fing gerade an mich wunderbar wild und frei zu fühlen, damals, in dieser Kneipe
irgendwo in Neuseeland. In der nächsten Sekunde traute ich meinen Augen nicht. 
Ein blondes Mädchen kam ungläubig auf mich zu und fragte, Sue?? Bist du das? - 
Und tatsächlich - hier, am Anderen Ende der Welt, traf ich zufällig eine alte 
Freundin aus München und -ZACK!-, war alles wieder da. Ich, mein Leben, mein 
Kontext. Im Guten wie im Schlechten.

Worauf will ich hinaus? 

Mutter-Sein. Der Punkt ist: Wir können nicht aus unserer Haut. Wir bleiben, 
wer wir sind. auch wenn durch diesen extremen Einschnitt des Mutter-Werdens sich
so Vieles im Leben verändert und wir unendlich viele neue Aspekte an 
Persönlichkeit dazu gewinnen - und vielleicht so viele neue Seiten an uns 
 
entdecken, dass uns mitunter die Luft wegbleibt - die Essenz unserer 
Persönlichkeit bleibt dieselbe.

Nun liegt es aber in der Natur der Sache, dass man als Mama mitunter in ein 
seltsames Setting geworfen wird. Moment, nicht "mitunter" - sondern standardmäßig.
Immer und jeden Tag. Kinder sind super, aber leider wollen sie jeden Tag essen. 
Und manchmal auch frische Wäsche, und leider machen sie jede Menge Dreck. 

Nein, es hat nichts damit zu tun ob wir unsere Kinder lieben oder nicht. 
 
Ob wir gerne mit ihnen spielen. Ich würde töten für meine Kinder, ich halte es 
kaum einen Tag ohne sie aus, ich liebe sie über alles und bin sicher, so geht es allen
Mamas. Dennoch: Ob ich es will oder nicht, ich beschäftige mich 
(neben meinen Kindern, natürlich) permanent mit Dingen, die ich verabscheue, 
in denen ich nicht gut bin und die mich nicht interessieren: Haushalt. kochen, 
putzen, waschen. Essen planen. Flecken entfernen. Kuchen backen. Das macht mir 
keinen Spaß!

Und warum sollte es auch? 

Fast 3 Jahre lang habe ich mir den Kopf zerbrochen, was ich falsch mache. 
Wie ich mich ändern kann. Ob ich als Mutter versage, wenn ich keinen Spaß an der 
Arbeit "außenrum" habe. Warum ich auf einmal nichts mehr auf die Reihe kriege. 
Die Wohnung unaufgeräumt, die Wäsche dreckig, und ich unglaublich frustriert. 
Was ist nur aus mir geworden?

Die Antwort ist: Nichts anderes als vorher. Ich bin einfach nur ICH geblieben. 
Vorher war ich in meinem Beruf einigermaßen erfolgreich, effizient, diplomatisch,
leitete ein lustiges Team von 12 Leuten, und bekam regelmäßig gutes Feedback. 
Heute kann ich nicht effizient sein, weil ich keine Tätigkeit länger als 2 Minuten
am Stück ausüben kann, ohne dass sich mein 1-Jähriger fast den Hals bricht. 
Ich kann mir meine Diplomatie in die Haare schmieren (Ich zähl bis drei...), 
und bekomme gar kein Feedback außer "ich hab keine Strümpfe mehr (Mann) bzw.
"Mama toll, du hast Pipi gemacht!" (Tochter). 

Heute komme ich also zu dem beruhigenden Schluss, dass ich einfach andere Sachen
gut kann. Nicht Haushalt, nicht kochen, und leider am allerwenigsten putzen. 
Deshalb bin ich noch lange kein Versager, und schon gar nicht als Mama. 
Meine Kinder werden heiß geliebt, und ich verbringe lieber Zeit damit noch ein 
paar mehr Legosteine mit ihnen durch's Wohnzimmer zu werfen, als die alten
aufzuräumen und danach noch den Teppich zu saugen. 

Und auch wenn meine eigene Mama, ein Kind der 50er, mich schimpft: 
Meine Kinder werden's mir nachsehen.

29.04.2014

Du bist nur Hausfrau und Mutter? Was MACHST du den ganzen Tag?

http://themattwalshblog.com/2013/10/09/youre-a-stay-at-home-mom-what-do-you-do-all-day/

Ich stimme wirklich nicht mit all seinen Thesen überein, aber trotzdem: Danke, Matt Walsh. Tut gut, das mal zu hören.

Yes, my wife is JUST a mother. JUST. She JUST brings forth life into the universe, and she JUST shapes and molds and raises those lives. She JUST manages, directs and maintains the workings of the household, while caring for children who JUST rely on her for everything. She JUST teaches our twins how to be human beings, and, as they grow, she will JUST train them in all things, from morals, to manners, to the ABC’s, to hygiene, etc. She is JUST my spiritual foundation and the rock on which our family is built. She is JUST everything to everyone. And society would JUST fall apart at the seams if she, and her fellow moms, failed in any of the tasks I outlined.
Yes, she is just a mother. Which is sort of like looking at the sky and saying, “hey, it’s just the sun.”

15.04.2014

Tipp gegen schlechte Laune: Der Tag aus Kindersicht

Hallo ihr Lieben,

ich habe diese Website u.a. deshalb ins Leben gerufen, um mich und andere Mamas daran zu erinnern, dass nicht jeder Tag wunderbar schön sein muss, "nur weil" ich Kinder habe.

Hier, fallt über mich her: Manchmal zähle ich die Stunden, bis der Tag endlich vorbei ist, weil ich keine Lust mehr auf den ganzen Kindereiertanz habe und endlich meine Ruhe will.

Ich finde, das ist normal... oder?

Wie auch immer, um mich an solchen Tagen psychisch wieder auf Vordermann zu bringen, hilft mir oft ein simpler Trick: Ich versuche mir den Tag mit den Augen meiner Tochter vorzustellen. Wir gehen auf den Spielplatz? (Mama: gähn) Ella: oh mein Gott, eine Schaukel! Ich bin im Himmel!

Am Abend frage ich sie, Ella, sag mal. Was hat dir heute an diesem Tag besonders gut gefallen?
Und was hat dir nicht so gut gefallen?

Die Antworten auf diese so banalen Fragen überraschen mich fast immer. Manchmal sind es Details, für mich nicht einmal beachtenswert, die für Ella den schönsten Augenblick des Tages ausmachen.

Probiert's mal aus.

14.04.2014

Der passende Song zum Thema "Essen und Kleinkind"

"Nachtisch!"

Plötzlich Hausfrau! Heute: Wie man Karottenflecken aus weißer Wäsche entfernt

Diese Kleinigkeit wird beim Kinderkriegen gemeinhin völlig unterschätzt:

Dass man mit der Ankunft von Klein-Erna nicht nur in's Universum von Babynahrung, Kinderkacke, Tragehilfen etc. einsteigt, sondern gleichzeitig meist eher unfreiwilligerweise Bewohner im Universum des Schreckens wird: Hausfrauenland. Wäscheberge (oder auch: Klein-Erna und der Muttermilchstuhl), Babykotze an jedem Möbelstück, Essensreste von der Dimension einer ganzen Kuh über die gesamte Wohnung verteilt (Klein-Erna lernt Essen), Sandhaufen im Wohnzimmer (Klein-Erna war am Spielplatz), und achthundertfünfzig dreckige Töpfe auf dem Herd. Da erfahrungsgemäß die meisten Kinderkriegenden nicht mit Brad P. verheiratet sind und sich demzufolge ohne Nannys und Haushaltshilfen durchs Leben schlagen müssen, haben wir also nicht nur die süße Klein-Erna am Hals, sondern auch noch diesen ganzen DRECK! Dem es leider egal ist, ob wir zusätzlich noch auswärts arbeiten gehen oder nicht.

Er bleibt, der Dreck.

Es gibt Sicher viele Mamas, die es schaffen, Hausarbeit meditativ betrachten.
Dann Hut ab! Für mich ist das nur eines: sehr lästige Zeitverschwendung, daher schnellstmöglich zu erledigen und dabei möglichst wenig Perfektionismus und dafür viel Effizienz (äh, und Mut zur Lücke) an den Tag zu legen. Hier geht es also los mit Teil I der Reihe: laienhafte Hausfrau wider Willen gibt Tipps zur Effizienz und wider die Perfektion. Heute:

Wie man Karottenflecken aus weißer Wäsche entfernt.

Ella war ein Spei-Baby. Sie hat gefühlt ständig und überall gekotzt. Im Liegen, im Sitzen, nach dem Essen, vor dem Essen - ein kleiner Schwall war unser ständiger Begleiter. Speibabys sind Gedeihbabys, sagte die Hebamme und lächelte mild.

Ich lächelte auch noch mild, als Speibaby die Krankenhauswäsche vollkotzte.

Zuhause bin ich spätestens nach der Beikost-Einführung ziemlich schnell verzweifelt mit den gelben Rändern, die nach jeder Begegnung mit Früh-Karotte praktisch jedes unserer weißen leidungsstücke kennzeichnete. Diese wunderbaren Flecken überstehen seltsamerweise jede Waschtemperatur.

Also was hilft?

Das hier:

1) Kleidungsstück normal in der Maschine waschen.
2) Zum Trocknen in die Sonne legen. Ende der Geschichte!
P.S. Das funktioniert leider nicht mit der Babykotze auf dem neuen Designer-Sofa.

Krank mit Kind: Geht nicht? Es muss!

Liebe Mamis,

wir sind alle Heldinnen. Wisst ihr, warum?  
Weil wir alle regelmäßig krank arbeiten gehen. Damit meine ich nicht "in's Büro gehen", sondern aufstehen, die Zähne zusammen beißen, und uns um unsere Kinder kümmern. Den ganzen Tag und die halbe Nacht, bei Kopfschmerz, Husten, Nebenhöhlenentzündung, etc.
Der Arzt würde dich gerne eine Woche krank schreiben? Ha! Selten so gelacht.

Wir alle wissen, wie unglaublich anstrengend es ist, und ich finde, das ist eine Heldentat. Wir verdrängen unseren Schmerz, verlassen uns auf das Triumvirat des Tages:

- Duschen
- Kaffee
- Ibuprofen,

und los geht's.
Aber.

Es ist okay, einen leichten Infekt zu ignorieren. Doch irgendwann beschließt der Körper - jetzt reicht's, und dann ist Schluss mit Heldentaten.

So geschehen diese Woche in unserem Hause. 5 Nächte und 4 Tage ignorierte ich die Nebenhöhlenentzündung, so gut es ging, und schleppte mich und die Kinder mühsam durch's Haus. Bis die Schmerzen im Gesicht am Freitag (am 5. Tag) so stark wurden, dass ich meinen Mann mit den Kindern in die Küche sperrte und doch noch zum HNO-Arzt ging. Als der eine heftige Entzündung, einen sehr schlechten Allgemeinzustand und einen bedrohlich niedrigen Blutdruck diagnostizierte, wäre ich beinahe umgekippt und musste erst mal die Füßchen hochlegen. Als er mir daraufhin ein bisschen "ausruhen" ans Herz legte, musste ich leider losheulen.

Ausruhen, ein Traum!

Wie denn?

Tja. Bevor wir völlig unsere Gesundheit riskieren, muss ab und zu ein Notprogramm her.

Ich habe Glück. Mein Mann hilft. Zumindest, wenn ich klar, laut und deutlich rufe:
HALLO! Ich. Kann. Nicht. Mehr.

Es fällt mir nicht leicht um Hilfe zu bitten. Im Gegenteil. Aber:



Wir sind der Motor der Familie - ohne uns geht nichts mehr. Wir müssen uns pflegen, denn wenn wir kaputt gehen, geht die Familie kaputt.

Note to self: Es ist nicht uncool um Hilfe zu bitten. Es ist ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein!


Mich würde wirklich interessieren - wie macht ihr das? Bekommt ihr Hilfe?
Eure Sue
 


12.04.2014

Die gute Nachricht des Tages: Mamas, es ist okay.

»Wer zehn Nächte hintereinander nur sechs Stunden schläft, befindet sich, was Leistungsvermögen, Reaktionsgeschwindigkeit, Gedächtnis und Urteilskraft angeht, in einem Zustand, als hätte er ein Promille Alkohol im Blut.« (lt. SZ-Magazin).

NA ALSO!

Mamas, mit permanentem Schlafentzug kann man nicht perfekt sein. WIR MÜSSEN ÜBERHAUPT NICHT PERFEKT SEIN! Nicht perfekt aussehen, nicht alles richtig machen, und schon gar nicht immer die Ruhe bewahren oder total entspannt sein.

Wir sind übermüdet, wir sind manchmal ungeduldig, wir sind oft schlecht angezogen, und kochen können wir eigentlich auch nicht.

Und wisst ihr was?

Es ist okay.