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28.05.2014

Eifersucht

Hahaha. Ich kann das hämische Gelächter des Universums förmlich hören. Dabei hab ich es wirklich versucht: Ich habe mir fest vorgenommen, einen entspannten, schönen und lustigen Nachmittag mit den Kindern zu verbringen.
Und dann... ich rieche es schon seit ein paar Tagen... kommt das blöde Gespenst GESCHWISTEREIFERSUCHT um die Ecke und knallt volle Kanne mit uns dreien zusammen. Und manifestiert sich in einem einzigen Satz:

ICH WILL GAR NICHT LAUFEN!!!

Diese konstruktive Aussage plus herzzerreißendes Schluchzen und Weinen. Kein wütendes, sondern verzweifeltes Schreien, Tränen und Rotz laufen über's Gesicht und die roten Stressflecken tauchen auf. Ella ist auf einmal völlig außer sich, wenn ich Mo trage. Und das tue ich oft, denn er kann noch nicht laufen. Der arme Mo weint natürlich sofort mit, völlig verunsichert, was seine große Schwester so aus der Bahn wirft.

And here I am. Zwei ziemlich hysterisch schreiende Kleinkinder an mich gepresst, die sich nicht beruhigen wollen.Sich schließlich doch beruhigen. Und wieder anfangen.

Also Situationswechsel. Es schüttet draußen zwar wie aus Kübeln, aber ich hätte die zwei Scherzbolde in dem Zustand wahrscheinlich auch vor die Tür gejagt, wenn es Kinderkacke geregnet hätte (naja. Nagelt mich nicht darauf fest. Man weiß nie mit diesem Universum heutzutage.). Kinder ins Auto verlagert, ich schweißgebadet, die beiden mit Tränen im Gesicht und roten Stressflecken, und das Wasser von den Regenjacken tropft auf unsere Knie. Der Regen trommelt monoton auf's Autodach und wir sind, glaube ich, alle dankbar für dieses dezente Geräusch.
Und beim Einkaufen ist auf einmal alles wieder dubi-du.

Die Moral von der Geschicht? Planen mit Kindern ist für die Tonne. Und dennoch bin ich ein bisschen stolz auf mich. Weil ich in dieser gefürchtetsten Situation, die ich ob ihrer nervenraubenden Intensität echt nur schwer ertragen kann, ruhig geblieben bin. Noch vor einem halben Jahr habe ich mitgetobt und war selbst außer mir an solchen Tagen.

Nennt mich übergeschnappt, aber ich glaube, allein der Gedanke an uns drei mit Bob Marley im Wohnzimmer hat mir ein bisschen geholfen.

You live, you learn.

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