Seiten

30.09.2014

Beim zweiten Kind läuft so einiges anders...

So, jetzt bin ich auch krank, trinke gerade meine dritte Kamillentee-Zitrone-Honig-Schorle und überlege, ob Ramazotti um 12 als Erkältungsmittel durchgeht. Muss heute den zweiten Weiterbildungs-Workshop absagen, daher wird es hier bis auf Weiteres total unprofessionell und scheiße aussehen. Sorry! Aber was ich eigentlich sagen wollte...


... ist das hier: Raising Your First vs. Your Second Child von Jason Good via Cup of Jo:


Food First Kid: All homemade in special baby-food processor. Quinoa! Spinach! Sweet potatoes!
Second Kid: Crackers.

Bed
First Kid: Crib that Daddy put together himself while Mommy yelled at him.
Second Kid: Mommy's bed. Daddy now has his own room with a mattress on the floor surrounded by dirty socks.

Clothes
First Kid: One hundred percent organic cotton. Some even made of bamboo?
Second Kid: His brother's old clothes.

Parties
First Kid: In our backyard with a piñata hanging from the Japanese maple.
Second Kid: Pizza on the floor.

Bathing
First Kid: Every night in a special bathtub that's just the right size. Hand-washed with a soft cloth or silky sponge.
Second Kid: Twice a week. Swimming pools count.

Nighttime Routine
First Kid: Swaddled in a Miracle Blanket. "Baby Beluga" sung to him. Asleep by 7:30pm.
Second Kid: Falls asleep on the sofa with mom's boob in his mouth at 10:30pm.

Friends
First Kid: Playgroups, mommy and baby get-togethers in the park!
Second Kid: His brother's friends.

Toys
First Kid: All handmade out of wood. Mostly Swedish.
Second Kid: The boxes his brother's toys came in.

TV Rules
First Kid: PBS/Sesame Street only. Two 23-minute shows per day.
Second Kid: Has his own Netflix account.

Shoes
First Kid: Something European with an umlaut in its name.
Second Kid: Old muddy shoes with faded umlaut and missing sole insert.

Potty Training
First Kid: Diapers, then some kind of training underwear, then underwear.
Second Kid: Might crap in a diaper until college.

Babysitter
First Kid: A wonderful woman named Sarah, whom he loves and will cherish for the rest of his life.
Second Kid: Doesn't have one. We never go out.


Haha. Vor allem "Bed" trifft es bei uns leider recht genau.



29.09.2014

Just for me Moments 39/2014

Heute fühle ich mich ein bisschen wie damals, als ich im Schulorchester beim Auftritt vor der ganzen Politprominenz meiner Heimatstadt beim Saxophonspielen keinen einzigen Ton gespielt, sondern nur meine Finger bewegt und still gehofft habe, dass es niemand bemerkt... (Es hat geklappt! Trotzdem eher nicht empfehlenswert, insgesamt) Seit diesem denkwürdigen Tag liegt mein armes Saxophon übrigens unberührt in seiner Schachtel)

Streng genommen dürfte ich heute nicht mitmachen bei den Jfmms. Meine Woche war nämlich eine sehr "authentische":

Anzahl kranke Kinder: 2 von 2
Anzahl durchgeschlafene Nächte: 0
Anzahl abgesagte ganztägige Workshops für meinen beruflichen Wiedereinstieg: 1
Anzahl geschriebene Geschichten über Penisse: 0 (statt 1, wir wollen ja nicht übertreiben)
Anzahl abgesagte Verabredungen mit Freundinnen: 2
Anzahl echte JFMMs*: 0, tatsächlich, und ich habe lange überlegt ob nicht doch einer dabei war, der mir nur kurz entfallen ist. Aber so ist das manchmal mit den Wochen, den Kindern und dem Leben, und glaubt nicht dass ich mich hier beschweren möchte auf meinem kleinen Blogspielplatz, der noch seine Richtung sucht, morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Danke Mama Miez für die gute Idee der JFMMs! Ich mache hier übrigens mit, weil ich selbst haarscharf an einem Burnout oder postpartalen Depression oder wie auch immer man es nennen mag vorbeigeschrammt bin. Mir geht es gut, aber ich muss mich nach wie vor zwingen auf mich zu achten.

24.09.2014

Nur 5 Minuten...

Neulich wollte einmal wieder mein Gehirn implodieren.
Nein, ich versuchte nicht wieder während eines Trash Metal-Konzerts zu schlafen - ich habe nur einen Vormittag mit meinen beiden Kleinkindern verbracht.

Irgendwann schlafen 50% der Kinder und in mir erwächst die Hoffnung, doch noch zu einer Mittagspause zu kommen. Hm, Ella wirkt gerade sehr unmüde. Ich überlege. Sie fand es zwar witzig, als Opa ihre Handgelenke mit Isolierband zusammen klebte, aber ob das als Methode für meine Mittagspause übertragbar ist? Ich verwerfe den Gedanken.

Nächster Versuch. Ich versuche Ella freundlich das Konzept einer kurzen Pause näher zu bringen. Hallo Welt - ich rede nicht von einem absurd langen Zeitraum wie einer halben Stunde. Ich rede von 5 Minuten. In Worten: FÜNF.

Ella ist drei Jahre alt.

Trunken von meiner Idee schlage ich vor, "komm Ellachen, wir legen uns kurz hin und spielen schlafen!"
Ellachen ungerührt, "Nein."
Ich: "Bitte."
E: "Mama. Steh! Jetzt! Auf! Du sollst mit mir spielen."
Ich, Begeisterung heuchelnd: "Hey! Ich weiß ein tolles Spiel!", und fühle mich sehr schlau.
E, aufgeregt: "Spielen wir Schaf-Doktor? Schau, das hier (nimmt Stecker der Nachttischlampe) muss in den Popo..."

Ich: "Nicht ganz. Wir spielen 5 Minuten Pause! Das geht so: Wir legen uns hin und sagen 5 Muten lang gar nix."
E: "Fünf Mituten?"
Ich: "Minuten. Schau, da ist eine Uhr, und wenn dieser (ich deute) Zeiger da drüben ist, dann sind fünf Minuten vorbei."

E strahlt. Klingt lustig.
Ich bin der König der Welt. 5 Minuten Ruhe, zum Greifen nah.

E: "Geht's jetzt los?"
Ich: "Ja! Und jetzt: Pscht!"



Fünf Sekunden vergehen.


E: "Ist es jetzt vorbehei?"
Ich: "Nein, das waren höchstens fünf Sekunden. Schau, das sind Sekunden (deute) und das sind Minuten..."

10 Sekunden vergehen.

E: "Sind das fünf Mituten?"
Ich: "Minuten. Nein. Schau, da ist der Zeiger erst. Pscht!"



5 Sekunden vergehen.


E: "Mama, mir ist SO langweilig!"
Ich: "Pscht."
E: "Aber Mama, WARUM?"
Ich: "Weil die fünf Minuten noch nicht vorbei sind."
E: "Aber warum sind die noch nicht vorbei?"
Ich: "DU HAST DAS SPIEL VERLOREN."
E, verstört, "Aber warum?"
Ich, wirr, "weil die fünf Minuten, schau, DA..."
E: "Mama!"
Ich, verzweifelt: "PSCHT!!!", und versuche nichts gegen die Wand zu werfen.
E, sehr laut: MAMA!!!
Ich: "Ellachen, was genau hast du am Konzept des fünf Minuten Ruhe gebens nicht verstanden, Mund halten, ausruhen, komm wir kuscheln, es dauert doch nicht mehr lang, schau, bitte, leise, Pscht..."
E: "Ich muss Pipi und Stinker."
Ich: "Oh my god."
E: "Komm wir hüpfen hüpfen hüpfen! Oh, nur ein kleiner Tropfen Pipi ist in die Hose, aber nur ein ganz kleiner, macht nix Mama."
Ich: "Ich geb's auf."
E: "Mama, fünf Minuten sind SO lang. Das hab ich super gemacht, oder? Krieg ich jetzt Gummibärchen?"

22.09.2014

Just for me Moments 38/2014

Danke, Mama Miez, für die gute Idee!

Heute bin ich zum ersten Mal dabei die Just for Me-Moments der vergangenen Woche zu würdigen. Endlich kann ich nämlich voller Freude berichten - diese Momente bestanden nicht ausschließlich aus:

Verbotene Liebe im Livestream anschauen, sobald die Kinder schlafen;
Die besten Süßigkeiten auffuttern, sobald die Kinder schlafen;
Die langweiligsten To-Do-Listen der Welt wieder nicht abarbeiten, obwohl die Kinder schlafen; und
Schlafen.

Sondern!

Bedingt durch den wunderbaren Wiedereintritt in den Kindergarten hatte ich zunächst so viel freie Zeit, dass ich die ersten beiden Tage verwirrt im Kreis gelaufen bin. [unser neuer Laptop war noch nicht da, das war eine tolle Ausrede, meinen geplanten Bewerbungsmarathon auf äh JETZT zu verschieben].

Am dritten Tage habe ich: Geschrieben. Mit Kugelschreiber in ein Notizbuch. Kleine Geschichtchen, einfach so, nur für mich. Wieder mit dem Schreiben anzufangen ist ein bisschen wie nach langer Abstinenz mal wieder Sex zu haben. Du fragst dich, wie geht das nochmal und muss das wirklich sein und wozu nochmal...?, und am Ende - Kopf frei, Körper entspannt, zumindest wenn man die Person kennt (und mag), mit der man eben Sex hatte, sonst wird alles auf einmal so komisch aber Momentchen, das ist eine ganz andere Geschichte...

Am vierten Tage hab ich das Klo geputzt, und hey Mütter da draußen, irgendwie hat so ein einsames Klo-Putzen doch auch was von einem ordentlichen JFMM. Wenn kein 1 1/2-Jähriger versucht einen Köpfer in die Kloschüssel zu machen und die 3-jährige das Putzwasser nicht als Badewanne für die Mama-Puppe benutzt? Unbezahlbar. (An dieser Stelle erspare ich euch das Foto meiner Kloschüssel.)

Das Highlight der Woche war allerdings, gestern: Laufender Kunstbetrieb auf AEG. Durch die Ateliers der Künstler laufen, zwei Fotoausstellungen (etwas Penis-lastig), Kunstbetriebs-Luft schnuppern und darin die Freiheit riechen, guten Kaffee trinken und quatschen, schreiende Kinder hören und wissen, ES SIND NICHT DIE EIGENEN. Ausflippen vor Freude!

[gerade kann ich keine Fotos hochladen, das klappt hoffentlich später wieder]
[Update zu den Fotos: selbige hochladen kann ich offenbar nur dann, wenn ich google chrome auf unserem neuen Laptop installiert habe, was für meinen Mann gleichbedeutend ist mit nackt durch die Fußgängerzone rennen und Patrona Bavariae singen. Ich arbeite also noch daran.]

18.09.2014

Ha-Ha-Hausfrau

Neulich, auf der Bank. Gerade waren wir dabei mehrere Hunderttausend Euro auszugeben und mich hat schon ein leicht beklemmendes Engegefühl im Hals beschlichen, weil man verschuldet sich schließlich nicht alle Tage hoch. Also ich weiß ja nicht wie es euch geht. Grundkonstitution insgesamt eher mittelmäßig, ich schnappe gerade nach Luft wie ein zappelndes Fischlein, weil der Typ für langfristige Entscheidungen, das bin ich nicht! Ein Mann und zwei Kinder, das langt mir als Committment locker bis an mein Lebensende. muss jetzt nicht noch ein Hauskauf dazu kommen, das löst starke Fluchtreflexe in mir aus und als ich mich gerade konzentriere diese zu unterbinden, unterbricht mein freundliches Anzug tragendes Gegenüber meinen Gedankenwust mit der Frage, 'Frau J., was machen Sie beruflich?', und mir fällt tatsächlich nichts anderes ein als 'ich, äh.'

Mein Mann springt hilfreich ein, 'sie ist Teamleiterin in Elternzeit, aber der Job war in München.'
Ich, 'genau, also äh, ich arbeite gerade nicht, die Kinder sind ja noch so klein, und jetzt muss ich mir erst mal was Neues suchen, äh.'

Der Herr von der Bank sagt freundlich, 'also Hausfrau.' Und freut sich, weil er die richtige Antwort im das leere Feld tippen kann.

Hausfrau.
Hausfrau?

Jetzt halte ich mich kurz am Tisch fest, wegen diesem Fluchtreflex, und weil mir kurz so komisch schwummerig wird. Hey Moment mal, ich Hausfrau, hastdusie noch alle, ich bin doch die total coole Karrierefrau, die zufällig zwei Kinder gekriegt hat und gleich weiter arbeitet -nämlich dann, wenn irgend ein bekiffter Personaler Lust hat auf eine quer einsteigende Teilzeitmama mit durchschnittlich 24 zu betreuenden Virusinfekten pro Jahr ...

Okay, ich bin Hausfrau. Mein Gehirn schlägt mir eben vor, die Tatsache aus Mangel an realistischen Alternativen zu akzeptieren. Ich überlege, was ich noch vor kurzem mit diesem Begriff assoziiert habe. Tja. Wie Mama Miez es so wunderbar beschreibt - Schubladendenken. Ich bin leider schuldig, und jetzt zahlt es mir das Universum mit hämischem Grinsen heim - jetzt sitze ich selbst auf unbestimmte Zeit in genau dieser Schublade fest und kratze noch ein bisschen klaustrophobisch mit den Nägeln an den Wänden...

Ein paar Wochen später. Ein bekiffter Personaler hat sich leider noch nicht gefunden, ich bin also immer noch arbeitslos, hochverschuldet, und Hausfrau. Aber! zumindest habe ich jetzt ENDLICH! die einzig vernünftige Antwort gefunden auf diese Frage, 'was machst du eigentlich den ganzen Tag?' Es ist zwar eine Lüge, weil natürlich haben wir gar keine, aber die Antwort lautet:

Der Putzfrau die Tür aufmachen.

Damit sollte zunächst alles geklärt sein, ihr Penner. Die ihr seid wie ich vor kurzem noch war. Uah! Ich geh mal eben das Wohnzimmer saugen.