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19.02.2015

Glücksmomente 07/2015 oder: Meine Lieblingsphase ist: jetzt.

Wir drei schlendern durch die Stadt. Rosenmontag. Der Boden übersät von bunten Faschingskonfetti, die Mo ("warum denn, Mama?) und alle Tauben sehr verwirren. Wir sind fröhlich und ziellos und irgendwann beschließe ich, dass es Zeit ist für Kuchen. Die Kellnerin sieht mich ein wenig erstaunt und belustigt an, als ich mich mit den Kindern auf eine Bank quetsche, Mo auf meinem Schoß, Ella neben mir. Wir bestellen Schoko-Kokos-Kuchen, Apfelschorle und Cappuccino und kritzeln Katzen und Schneemänner mit Raketen auf kleine Zettel. (Die Silvester-Raketen, die wir in unseren Schneemann gesteckt haben, haben wirklich dauerhaften Eindruck hinterlassen.) Mo befiehlt der netten Kellnerin "Kerze anzünden muss!", jetzt schaut sie wirklich verdutzt und referiert "Schere Messer Gabel Licht...", ich grinse in mich hinein und die Kinder kichern. Sie trinken einvernehmlich aus einem Glas, jeder aus einem Strohhalm, und ich schaue auf die beiden Haarschöpfchen herunter und drücke die beiden ein wenig fester an mich. Dieses Gefühl, dass sich da so warm in meiner Magengegend ausbreitet, ich glaube, man nennt es Glück. Zeit, bleib stehen...

Katastrophenbekämpfung - es mag hart klingen, aber das beschreibt mein erstes Jahr als Zweifachmama ziemlich genau. Das zweite Jahr war schon sehr viel, unglaublich viel leichter und besser. Und jetzt - beschleicht mich immer öfter dieses Gefühl: Geschafft. Es passt! Mehr noch - es ist super! Endlich kann ich meine Kinder genießen, mit ihnen Spaß haben, mit ihnen Quatsch machen. Sie sind mit 3 1/2 und fast 2 in dieser wunderbaren Phase, in der sie mich brauchen und kuscheln und sprechen lernen und in Phantasiewelten leben, aber mir gleichzeitig mit jedem Tag mehr Freiräume lassen, da die Welt und alles sie so sehr mitreißt und sie so sehr damit beschäftigt sind, mit ihrer unglaublichen und reinen Kinder-Energie alles aufzusaugen.

Oft genug weiß ich nicht, was ich tue und hoffe so sehr, die beiden mit meiner Ungeduld und meinen tausend Verfehlungen nicht zu sehr zu ruinieren. Aber manchmal fühlt sich alles so leicht an.

Und ich bin so froh.
Wie am Rosenmontag.

Mehr Glücksmomente gibt's hier bei Pia - danke!

16.02.2015

Zeitreise: Sue in Mexiko

Vor ziemlich genau 10 Jahren habe ich einige Zeit lang in Mexiko Deutsch unterrichtet. Ich war frei, wild, kinderlos - und ohne Arbeitsvertrag oder Aufenthaltserlaubnis. Ein paar Geschichten möchte ich hier wieder aufleben lassen... um mich daran zu erinnern, dass es irgendwo in mir drin noch ein ganz anderes "ich" gibt.
[Mit dem Thema des Blogs haben sie nicht das geringste zu tun, also bitte gerne weitergehen.]

März 2006: Stimmung und Stuhlgang

Zur Zeit habe ich das Gefühl, mich auf einem anderen Planeten, oder bzw. in einem Parallel-Leben zu befinden. Surreal - - ich habe oft komische Träume von Deutschland, aber mein Alltag ist mittlerweile, als ob ich nie irgendwo anders gelebt hätte. Mir fällt nicht einmal mehr auf, dass Spanisch eigentlich eine Fremdsprache für mich ist.

Ich könnte platzen vor Energie. Ich könnte singen und tanzen und finde jeden Tag unglaublich cool und freue mich jeden Morgen, dass ENDLICH wieder ein neuer Tag angebrochen ist und ich wieder aufstehen darf und die Vögelchen singen und die Luft sirrt und ... ach ... Das frühe Aufstehen macht mir rein gar nichts aus! Um 05:20 morgens klingelt der Wecker, der Vollmond scheint in mein Zimmer, und ich springe voller Elan und Frische aus dem Bett, laufe vergnügt mit meiner Thermos-Tasse Nescafe zum Bus, schaue mir den in 4 Decken eingemummten Busfahrer an, summe ein bisschen die mexikanischen Liebeslieder mit, die aus den Boxen dröhnen, setze mich neben ein paar dunkle, fertige Gestalten im Bus, laufe dann mit den Ratten zusammen durch den Müll zur Arbeit, und während ich Lieder singe, sehe ich die Sonne über den Gasflaschen der Nachbarfabrik aufgehen und denke, wie schön, hei, der Sonnenaufgang ..

Hey, ausnahmsweise keine Ironie. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, o weh, jetzt hat sie also doch den Verstand verloren. Aber grämt euch nicht – das muss schlicht und einfach an der extremen Sonneneinstrahlung hier liegen. Das wirkt auf mich wie eine ganze Packung Antidepressiva. Oh, ich hoffe, dass mir das in Deutschland wenigstens ein bisschen erhalten bleibt.

Und jetzt noch ein paar Worte zum Thema Stuhlgang. Die arme Kollegin K. ist seit gestern krank und hat Durchfall wie noch nie im Leben.. der Arzt hat ihr gesagt, sie soll von Mittwoch bis Freitag!!nichts mehr essen. Hey! Das ist eine gute Idee. Du hast Bakterien im Mastdarm? Dann lass die Viecher verhungern.

Apropos verhungern, einen Tag vorher konnte ich K. noch ausreden, eine prophylaktische Wurmkur zu machen. Das ist nämlich sehr beliebt hier: die Kinder machen alle sechs Monate eine Wurmkur, nur so zum Spaß. Das heißt, die Leute gehen eigentlich davon aus, dass sich ununterbrochen ein paar Tiere den Weg durch halbverdaute Tortillas fressen, mmhh. Hat nicht mal jemand erzählt, dass man fühlt, wie sie fressen?
Jedenfalls, die Mexikaner sind große Fans von "mal ein bisschen Antibiotika essen"; Folge ist, dass viele hier resistent sind und an Lungenentzündungen o.ä. sterben. Jetzt erst fangen die Leute anscheinend langsam an, die Antibiotika nicht mehr mit beiden Händen auf die Straße zu werfen und unter den Leuten zu verteilen.

Aber zurück zum Thema Stuhlgang.. also meiner ist nach wie vor ganz hervorragend. Nur so, falls das zu den Informationen gehört, die ihr dringend noch von mir haben wolltet.

Ah, ein Wort zum Schluss. Der heutige Tagesgewinner der Kategorie "Saublöde Fragen stellen" ist...:
Ein Kerl, der im Unterricht gefragt hat:
Hat das Suffix "schaft" (in Wörtern wie Gemeinschaft, Gesellschaft, etc) eigentlich was mit SCHAF zu tun?
Ja, Mann. Ich bin mir sicher. gemein Schaf t auf jeden Fall. Auch plausibel klingt Mutter Schaf t.

13.02.2015

Nein, das sind keine Schoko-Muffins, keine Halloween-Muffins und schon gar keine... ach, was soll's...

Und das Papierchen ist auch noch durchgerissen. Versagen auf ganzer Linie.

Es handelt sich um Pizza-Muffins, die 1 Std 10 im Ofen waren statt 20 Minuten. Und ich denk mir noch, komisch, angebrannter Käse riecht ein bisschen wie Baby-Durchfall. Ich sollte wirklich dringend mal wieder den Backofen putzen.

12 von 12 im Februar

Dieses 2015 hat uns bisher noch nicht viele virenfreie Tage beschert. Mo ist wieder krank, aber gestern durften wir zumindest seit 4 eingesperrten Tagen erstmals wieder kurz vor die Tür.

Nicht viel ist passiert, aber ich habe es dokumentiert - ha! Die Essenz des Blogs!

1. Guten Morgen. Keine Sonne, aber Mo ist nach 5 Tagen endlich fieberfrei aufgewacht. Hurra!
Keine Ahnung, wie ich die Aufkleber jemals wieder von der Fensterscheibe entfernen soll.

2. Mo saugt die Wohnung, wäscht und kocht Mittagessen. Dazu hört er leichte Jazzmusik.



3. Danach backt er ein Schoko-Apfel-Herz.



Im Ernst, es handelt sich um den schnellsten Kuchen der Welt, und gar nicht mal so ungesund.
Werde ich demnächst vorstellen.

4. Mittagspause wird eingeläutet. Auf einmal wieder fieberfrei, verläuft das Einschlafen auch nicht mehr so unproblematisch wie mit 39,9°...
(Versteht mich nicht falsch. Lieber knie ich den ganzen Tag neben seinem Bett.) 





5. Geschafft. Ich lese das Internet durch, koffeiniere mich und esse Erwachsenen-Süßigkeiten.


Für KINDER? Wo steht hier Kinder? Ach nein, Schatz. Das heißt K Inder. Komischer Name, ich weiß.


6. Kurze Parkett-Meditation. Welchen sollen wir nehmen?
Nicht im Bild: Die Badfliesen- und Küchenplanungs-Meditation.














7. Endlich - die große Schwester kommt vom Kindergarten nach Hause. Gestreifte Wiedersehensfreude.





8. Mama: "OK. Ihr wollt kein Obst? Probiert mal diesen leckeren Saft."
- Kinder: "Geh weg."


Netter Versuch, Mutter. Jetzt rück den Kuchen raus.


9. Wir gehen raus. RAUS! WIR DÜRFEN DAS HAUS VERLASSEN! Wenn auch nur kurz. Es tut so gut nach tagelanger Heizungsluft endlich wieder Frische (und eine Prise städtischen Feinstaub) zu atmen...



Das ist unser Weihnachtsbaum, auch genannt: "Oh Pammbaum". Heiß und innig geliebt.


10. Der gute Mann bleibt ab 17.00 bei den Kids, damit ich alleine einkaufen gehen kann. Ich bin frei! Wellen des Glücks schießen durch meinen Körper. So euphorisch fühle ich mich, dass ich mir mit viel Schwung meinen Finger in der supermarkteigenen Tiefkühltruhe einklemme. Aber so richtig. Ich hänge einige Zeit mit meinem Körper über Seelachsfilet und kühle meinen Finger an Fischstäbchen. Da mich fremde Menschen bereits stirnrunzelnd betrachten, verzichte ich auf ein Foto an Ort und Stelle. Aber so ganz möchte ich euch meinen Finger auch nicht vorenthalten.


Leider ist er nicht richtig blau geworden, sodass mich wieder niemand bemitleidet. Mist, alles umsonst.


11. Gleich weiter zum Elternkurs "Starke Eltern, starke Kinder" des Kinderschutzbundes. Es war erst die zweite Einheit, aber der Kurs (aka die Kursleitung) scheint was zu taugen. Psychogequatsche, aber hey - ich liebe Psychogequatsche. Anstrengend, aber heilsam, sich seine automatisierten Prozesse / Verhaltensweisen im Alltag bewusst zu machen.



Irgendwann werde ich dieses Bild umdrehen. Gleich nachdem ich die Steuererklärung für 2013 gemacht habe.



12. Um 21.30 ist Feierabend. Der Mann und ich frönen unserem Serienjunkietum und dann
gute Nacht.




Läuft zäh an, entwickelt sich aber gegen Mitte der ersten Staffel ganz hervorragend. Kann natürlich weder mit Breaking Bad noch Homeland mithalten, zeigt aber immerhin mehr tiefenpsychologisches Entwicklungspotential als Verbotene Liebe (ha!) und ganz entgegen meiner Erwartungen bekomme ich auch keine Alpträume.


 Mehr zu 12 von 12 gibt es wie immer bei Caro.